Kanton Zug mit 139'000'000 Franken Defizit

ZUG ⋅ Die Laufende Rechnung 2014 des Kantons Zug schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 139 Millionen Franken ausserordentlich schlecht ab. Das Defizit ist rund doppelt so hoch wie budgetiert. Ausschlaggebend dafür sind tiefere Steuereinnahmen.

Die Steuererträge im Kanton Zug liegen im vergangenen Jahr deutlich unter den Erwartungen unter den Erwartungen. So ist bei den Fiskalerträgen ist das Budget um satte 55,2 Millionen verfehlt worden, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht 2014 des Kantons Zug hervorgeht. Auch der Kantonsanteil an der direkten Bundessteuer liegt um 31,5 Millionen Franken unter dem budgetierten Wert. Zusätzlich fehlt dem Kanton die Ausschüttung der Schweizerischen Nationalbank von 9,6 Millionen Franken.

Die Nettoinvestitionen betragen 93,4 Millionen Franken und liegen damit 5,4 Millionen Franken unter Budget. Als Folge des hohen Defizits ist der Selbstfinanzierungsgrad auf minus 59,2 Prozent gesunken. Dies bedeutet, dass die Investitionen nicht mit den im Berichtsjahr erwirtschafteten Mitteln finanziert werden konnten.

Weniger Ausgaben als budgetiert

Auf der Aufwandseite wurden die budgetierten Beträge um insgesamt 23,7 Millionen Franken unterschritten. Dazu haben die Dienstleistungen Dritter und Honorare mit 7,4 Millionen Franken beigetragen. Der Abschreibungsaufwand ist um 12,3 Millionen Franken tiefer ausgefallen. Auch beim Personal- und beim Transferaufwand musste das Budget nicht voll ausgeschöpft werden. Für den Nationalen Finanzausgleich hat Zug 279,5 Millionen Franken an die anderen Kantone bezahlt.

Bilanz ist immer noch robust

Das Finanzvermögen des Kantons hat um 99,9 Millionen auf 1214,7 Millionen Franken abgenommen. Das Verwaltungsvermögen ist um 24,1 auf 460,6 Millionen Franken angestiegen. Auf der Passivseite weist der Kanton Zug weiterhin 380,0 Millionen Franken als NFA-Ressourcenausgleichsreserve aus.

Das gesamte Eigenkapital des Kantons Zug hat um 123,2 Millionen Franken abgenommen, beläuft sich per Jahresende aber immer noch auf eine Milliarde Franken.

Regierung hält Entlastungsprogramm für notwendig

Im Juli 2014 hat der Zuger Regierungsrat das Entlastungsprogramm 2015–2018 eingeleitet. Ziel ist es, den Finanzhaushalt ab dem Jahr 2018 um jährlich 80 bis 100 Millionen Franken nachhaltig zu entlasten.  Vergangene Woche  präsentierte die Rechnung 258 einzelne Sparmassnahmen.

Der Regierungsrat selber bezeichnet die Rechnung 2014 als «ausserordentlich schlecht». Regierungsrat und Verwaltung haben in vielen Bereichen Massnahmen vorgeschlagen, deren Umsetzung die zukünftigen Ergebnisse verbessern werden.

pd/zim


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