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Markus Hürlimann will nicht zurücktreten

ZUGER AFFÄRE ⋅ Der Zuger SVP-Kantonsrat Markus Hürlimann will trotz der sogenannten Sex-Affäre und den Ermittlungen gegen ihn nicht aus dem Parlament zurücktreten. Er sei es seinen Wählern schuldig, jetzt gute Parlamentsarbeit zu leisten, sagte er am Donnerstagmorgen vor der Ratssitzung.

"Mir liegt viel daran, dass der Kantonsrat heute ungestört tagen kann", sagte er vor den Medien. Das sei aber nur möglich, wenn der Ratsbetrieb nicht durch das Thema Fremdküssen mit Jolanda Spiess-Hegglin (Alternative - die Grünen) überlagert werde.

Er habe deshalb allen Ratsmitgliedern eine schriftliche Erklärung verteilt, in der er sich für den Tumult der letzten Wochen entschuldige.

Gleichzeitig betont er in der Erklärung seine Unschuld. "Ich habe Zeit meines Lebens noch nie K.O.-Tropfen besessen und auch nie daran gedacht, mir welche anzuschaffen." Er habe sich falsch verhalten, aber nur moralisch. Strafrechtlich habe er sich nichts zuschulden kommen lassen.

Seit seiner Verhaftung am 23. Dezember habe er sich mehrmals gefragt, ob er seine Funktionen noch wahrnehmen könne. Das Präsidium der Kantonalpartei habe er denn auch recht schnell niedergelegt. "Der heutigen Kantonsratssitzung fernzubleiben, war aber keine Option."

SVP-Mitglieder drohen mit Parteiaustritt

Ob er bald als Parteiloser an den Ratssitzungen teilnehmen muss, entscheidet sich in den kommenden Wochen: Die SVP wird an zwei Versammlungen die Vorkommnisse nach der Landammannfeier vom Dezember besprechen. Aus der Partei werfen könnte ihn aber nur seine Sektion, die SVP Baar. Mehrere Parteimitglieder drohten bereits mit ihrem Austritt, falls Hürlimann in der SVP bleiben sollte.

Zum mutmasslichen sexuellen Übergriff soll es nach der Feier für den neuen Landammann Heinz Tännler (SVP) in der Nacht auf den 21. Dezember 2014 gekommen sein. Dabei floss viel Alkohol. Am Morgen danach erwachte Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin nach eigenen Angaben mit Unterleibsschmerzen.

Keine K.O.-Tropfen nachgewiesen

Weil sie sich an nichts mehr erinnern konnte, ging sie ins Spital. Die Ärzte informierten schliesslich die Polizei. Spiess-Hegglin ist überzeugt, dass ihr K.O.-Tropfen oder andere Betäubungsmittel verabreicht wurden.

Unter Verdacht geriet Hürlimann, weil er zuletzt mit Spiess-Hegglin gesehen worden war. Der SVP-Politiker wurde verhaftet und einen Tag später wieder auf freien Fuss gesetzt. Gegen ihn wurden Ermittlungen wegen Handlungen gegen die sexuelle Integrität eingeleitet.

K.O.-Tropfen konnten in Spiess-Hegglins Blut- und Urinproben keine nachgewiesen werden. Das heisst jedoch nicht, dass ihr auch keine verabreicht wurden. Die Proben wurden ihr im Spital erst rund 20 Stunden nach der mutmasslichen Einnahme entnommen. K.O.-Tropfen bauen sich aber innerhalb von etwa 8 Stunden ab. Noch ausstehend sind die Ergebnisse ihrer Haarprobe.

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(sda)

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Leserkommentare (5)
  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 29.01.2015 14:29

    Wer sich als Polikier/Polikerin (öffentliche Person) in der Öffentlichkeit so benehmen muss (Sauferei, sexuelle Handlungen etc) muss meiner Meinung nach so oder so sein Amt abgeben. Fehler haben bestimmt beide gemacht, aber man sollte doch etwas mehr Vorbildfunktion sein und das hat das "Saufen bis man nicht mehr weiss, was man macht" alleine schon nicht wirklich dazu beigetragen. So benimmt man sich nicht als öffentliche Person.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 29.01.2015 13:30

    Jermand der regelmässig immer neue sich widersprechende Aussagen gegenüber der Presse macht, soll man dieser Person noch glauben. Ich würde einmal das genaue Umfeld von Jolanda Spiess-Hegglin untersuchen. Mir scheint hier doch einiges nicht klar zu sein.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 29.01.2015 12:00

    Für eine adäquate Lösung dieses Medienrummels ist Herr Hürlimann leider in der falschen Partei. Da er sich strafrechtlich nichts zuschulden hat kommen lassen, bleibt bloss eine moralische Beurteilung. Während andere, liberal denkende Kreise längst zur Tagesordnung übergegangen sind, beisst sich die SVP weiterhin in der moralischen Frage fest. Wie diese Kreise das lieben! Als Hüter der moralischen Ordnung in diesem Lande!

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 29.01.2015 11:41

    Also haben die beiden doch bei ihrer Vereidigung ihr "Gewissen" gleich abgegeben.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 29.01.2015 09:44

    Wann kommt entlich das Ergebniss der Haarprobe?So wie Herr Hürlimann heute Bekannt gab ist es nur zum Küssen gekommen sonst nichts!Frau Spiess Hegglin ich habe noch nie gehört dass Küssen Unterleibsschmerzen verursachen?Jemand Leugnet daund solche Leute braucht ein guter Kantonsrat nicht.

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