Enkeltrickbetrüger und «Polizisten» arbeiten zusammen

OBERÄGERI ⋅ Wer will schon der Polizei die Hilfe verweigern, wenn es um Trickbetrug geht? Doch im neusten Fall war der Polizist am Telefon in Wirklichkeit ein besonders raffinierter Betrüger.

Den sogenannte Enkeltrick, bei dem Anrufer versuchen, ältere Personen um Geld zu betrügen, gibt es jetzt in einer bersonders raffinierten Form. Die Zuger Polizei berichtet von einem Fall in Oberägeri, bei dem ein 85-jähriger Rentner mithelfen sollte, einem Enkeltrickbetrüger eine Falle zu stellen. Doch auch diese Falle gehörte zum Betrugstrick.

Beim 85-Jährigen klingelte am Mittwoch das Telefon. Der Anrufer war ein Mann, der sich als sein Schwiegersohn aus Deutschland ausgab. Die aufgetischte Geschichte erinnerte an den bekannten Enkeltrick: Er – der Schwiegersohn – weile gerade in der schönen Schweiz und sei dringend auf 60'000 Franken in Bar oder Gold angewiesen. Weil der Anrufer vorgab, gerade wahnsinnig beschäftigt zu sein, einigte man sich darauf, dass ein Kurier das Geld in Oberägeri abholen werde.

Der 85-Jährige kroch dem Mann aber nur zum Schein auf den Leim. Er ging nämlich nicht zur Bank, sondern verständigte sofort die Zuger Polizei. Kurz darauf klingelte wieder das Telefon. Diesmal meldete sich jemand mit den Worten: «Hallo, hier spricht die deutsche Polizei. Waren denn die Schweizer Kollegen schon bei Ihnen?». Der Anrufer gab an, man sei auf Enkeltricks spezialisiert und würde eng mit den Schweizer Behörden zusammenarbeiten. Der scheinbare Polizist aus Deutschland forderte den Rentner auf, ihn sofort zu informieren, wenn Zuger Polizisten bei ihm auftauchen würden. Zu einem weiteren Kontakt kam es nicht mehr. Der Rentner liess den Schwindel auffliegen.

In jüngster Zeit beobachte man neue Varianten des Enkeltricks, teilt die Zuger Polizei mit. Der Anruf des vermeintlichen Polizists gehört dazu. Gemäss Angaben der Zuger Polizei wird der falsche Polizist eine fingierte Geldübergabe vorschlagen – mit dem Geld des Betrugsopfers. Doch nach dem gemeinsamen Gang zur Bank ist der «Polizist» schnell weg – und das Geld ebenfalls.

So vermeinden Sie Enkel-Betrügereien

Das rät die Polizei:

  • Niemals fremden Personen hohe Geldbeträge geben!
  • Alle Senioren im persönlichen Umfeld über die möglichen Tricks informieren. Erklären Sie den älteren Mitmenschen, dass man solche Anrufe sofort beenden und die (richtige) Polizei via Notruf 117 alarmieren soll.

Auf der Website der Schweizerischen Kriminalprävention SKP finden Sie weitere Informationen zum Thema Enkeltrick.

pd/cv


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