«Schwan»: Der Motor läuft wieder

ZUG ⋅ Die Betreiber des MS «Schwan» können einen ersten Erfolg vermelden. Doch für eine Rückkehr auf den Zugersee brauchen sie finanzielle Unterstützung.

Das am 6. August gesunkene MS «Schwan» steht nach wie vor aufgedockt auf einem Werkhofgelände ausserhalb von Zug (siehe Ausgabe vom Montag). Dort muss das Schiff weiter trocknen und fertig ausgepumpt werden. Stefan Hellstern, Geschäftsführer der Schiffsagentur, die den «Schwan» betreibt, informierte gestern zusammen mit Jost Windlin, Präsident des Vereins MS Schwan, an einer Medienkonferenz über den Stand der Dinge. Zu der Schaden­summe können die Betreiber noch keine genaueren Angaben machen. Man könne einzig sagen, dass es sich um einen sechsstelligen Betrag handle, so Hellstern. Die Versicherung werde demnächst entscheiden, wie es weitergeht.

Während die Schale des Schiffes intakt geblieben ist, hat insbesondere das Dach stark gelitten. Auch die Toilettenanlage und der im unteren Teil der Kajüte liegende Fäkalientank sind beschädigt. Der Steuerstand und die elektrischen Anlagen sind ebenfalls weitgehend kaputt. Einen laut Hellstern «grossen Erfolg» haben die Mechaniker bei der wohl wichtigsten Maschine erreicht: Sie haben den Dieselmotor wieder zum Funktionieren gebracht. «Es freut mich sehr, dass das Herzstück des Schiffes wieder läuft», so Hellstern.

  • Die «Schwyz» empfängt am 12. Mai den «Schwan».
  • Das Kleinste ist das Grösste: Die Formationsfahrt auf dem Zugersee mit dem reparierten Motorschiff «Schwan» im Mittelpunkt zog viele Schaulustige an.
  • «Schwyz», «Yellow», «Titan», der Nauen «Winkelried» und die Einsatzboote der freiwilligen Feuerwehr und der Seepolizei Zug bereiteten dem MS «Schwan» einen würdigen und ehrenvollen Empfang.

Gegenseitiges «Beschnuppern» auf dem Zugersee: Am Samstag hat das reparierte Motorschiff «Schwan», das letzten August gesunken ist, offiziell seine ersten Runden auf dem Zugersee gedreht. Aktuelle Bilder von der Flottenparade und ein Blick zurück.

In vier Phasen zur Einwasserung

«Unser Wunsch ist, dass das MS ‹Schwan› im März 2014 wieder fährt», sagt Stefan Hellstern. «Das schaffen wir nur mit finanzieller Unterstützung», fügt Jost Windlin an. Der Verein mit etwa 50 Mitgliedern sammelt jetzt Geld für die Renovation und den Weiterbetrieb des Motorschiffs. «Wir sehen dieses grosse Unglück jetzt auch als grosse Chance an», so Windlin. Ziel sei, dass das MS «Schwan» wieder so hergerichtet wird, dass es der Bevölkerung gefalle. Jedem Spender ab 1000 Franken versprechen die Betreiber eine persönliche Einladung zur geplanten Einweihungsfahrt im Frühling 2014.

Wie geht es jetzt weiter? «Geplant ist ein Vorgehen in vier Phasen», erklärt Stefan Hellstern. Zunächst stehe immer noch die «erste Hilfe» an. Das heisst: ausräumen und Wasser herauspumpen. Danach werde man das weitere Vorgehen planen und abschätzen, welche Angebote es von Spendern gibt. «In einer dritten Phase folgt dann der Wiederaufbau», so Hellstern. Zum Schluss komme dann die ganze Einwasserung. «Es braucht viel, bis ein solches Schiff wieder unterwegs ist», so Hellstern. Man sei aber optimistisch, dass das MS «Schwan» im nächsten Jahr wieder schwimme.

Hinweis: Auskünfte zu Spenden oder Vereinsmitgliedschaft bei Jost Windlin:  info@msschwan.ch 

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