Steuern und ein «Geschenk» beflügeln Finanzen

STADT ZUG ⋅ Sparmassnahmen und Entlastungen haben gegriffen: Die Jahresrechnung 2014 der Stadt Zug schliesst nur noch mit einem kleinen Minus ab. Zudem erhielt die Stadtkasse ein Geschenk – das eigentlich gar keines ist.

Genau 367‘077.17 Franken beträgt das Defizit für das vergangene Jahr. Und mit ungefähr vier Millionen Minus hatte man im Budget für das Jahr 2014 gerechnet.

Dabei hat ein Rechnungsfehler nachgeholfen, der im Januar aufgedeckt wurde: Aufgrund von Differenzen in der Bevölkerungsstatistik hatte die Stadt Zug in den Jahren 2012 bis 2014 rund drei Millionen Franken zu viel in den Zuger Finanzausgleich (ZFA) bezahlt. Diese fliessen nun zurück.

Einmalig hohe Grundstückgewinnsteuern

Die Steuereinnahmen der Stadt Zug lagen bei 196,85 Millionen Franken, knapp 7 Millionen höher aus vorgesehen.  Das wirkt sich auf den gesamten Ertrag der Stadtkasse aus, der 267,8 Millionen Franken beträgt (Budget 256,6 Millionen).

Besonders auf die unerwartet hohen Einnahmen hat sich der Ertrag aus den Grundstückgewinnsteuern ausgewirkt, dies wegen einer einzelnen, aber bedeutenden Handänderung. Anstelle der budgetierten 4,5 Millionen Franken flossen der Stadt 14,3 Millionen Franken zu. Auch die Erträge  aus Vermögenssteuern von Privaten und aus den Ertragssteuern von juristischen Personen waren um insgesamt 6,8 Millionen Franken höher.

Allerdings gab es rund 6,9 Millionen Franken weniger Erträge aus den Einkommenssteuern und die Kapitalsteuern von Unternehmen warfen 2,2 Millionen Franken weniger ab als geplant.

Die Investitionen betragen netto 20.4 Millionen Franken, was unter dem strategischen Zielwert von 30 Millionen Franken liegt und zu einem hohen Selbstfinanzierungsgrad von 122 Prozent führt. Ein Zielgrösse der Investitionspolitik ist gemäss Finanzvorsteher Karl Kobelt, «dass der Beitrag der Stadt Zug an den Stadttunnel von 100 Millionen Franken gut verkraftet werden kann, sofern dieser vom Stimmvolk befürwortet wird.»

Der Kanton will Ausgaben loswerden

In den nächsten drei Jahren sieht die Finanzplanung dank der umgesetzten Spar- und Verzichtsplanung jeweils ausgeglichene Rechnungen vor. In diesem Zeitraum wird die Stadt Zug als grösste Gebergemeinde auch durch die Teilrevision des Zuger Finanzausgleichs jährlich etwas entlastet.

Aber diesen Vorteil sieht man in der Stadt Zug bereits wieder gefährdet: Das kantonale Spar- und Entlastungsprogramm sieht nämlich vor, einzelne Aufgaben neu den Gemeinden aufzubürden.

 

 

Rechnung 2014
in Millionen

Budget 2014
in Millionen
Die wichtigsten Zahlen der Rechnung 2014
Ergebnis - 0,4  - 4,17
Gesamtertrag 267.8 256.6
Gesamtaufwand 268.2 260.7
Selbstfinanzierungsgrad (%) 122 (%) 82.5 (%)
Ausgleichszahlungen NFA 14.4 14.4
Ausgleichszahlungen ZFA 51.3 51.3

pd/cv


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