Ja zum Stadttunnel – letztes Wort hat das Volk

KANTONSRAT ⋅ Der Zuger Stadttunnel hat eine wichtige Hürde genommen: Der Kantonsrat hat das Jahrhundertprojekt mit 43 zu 33 Stimmen genehmigt. Ob der Tunnel definitiv gebaut und die Stadt Zug vom Durchgangsverkehr entlastet wird, entscheidet aber das Volk.

Unbestritten im Kantonsrat war, die 890-Millionen-Vorlage vors Volk zu bringen. Dies sei nur schon wegen des finanziellen Ausmasses des Projektes angebracht.

Die Unterstützung für den Stadttunnel kam in erster Linie von der SVP, einer Mehrheit der FDP und den Grünliberalen. Nein sagten SP, eine Mehrheit der CVP und die Alternativ-Grüne-Fraktion. In mehreren Fraktionen gab es aber Abweichler von der Parteimeinung.

Hätte der Rat Nein gesagt, wäre das Jahrhundertprojekt wohl vom Tisch gewesen, da die bereits festgelegten Baulinien per sofort aufgehoben worden wären. Nur eine Volksinitiative hätte das Projekt wiederbeleben können.

Das Projekt Stadttunnel Zug ist an der Urne gescheitert: Das Stimmvolk genehmigte das 890-Millionen-Projekt nicht und muss nun weiter mit einer Blechlawine leben.

Es bleibt bei 100 Millionen für die Stadt Zug

Mit der Schlussabstimmung wurde auch die geplante Finanzierung abgesegnet. Die Kostenaufteilung wurde bereits bei der ersten Lesung im Dezember beschlossen und gestaltet sich folgendermassen: Die Stadt Zug soll 100 Millionen Franken beisteuern.

500 Millionen kommen aus der Kantonskasse und weitere 300 Millionen von den Autofahrern. Sie sollen während 27 Jahren eine um 25 Prozent höhere Motorfahrzeugsteuer zahlen.

Die Alternativ-Grüne-Fraktion versuchte am Donnerstag zwar noch, den Betrag der Stadt Zug um 20 Millionen zu senken, weil sich die "Stadtzuger nicht schröpfen lassen wollen" - allerdings vergeblich. Der Rat wollte die Kostenaufteilung nicht mehr ändern.

Ja oder Nein hängt von der Wohngemeinde ab

Ob die Vorlage an der Urne ebenfalls angenommen wird, zeigt sich am 14. Juni. Der Abstimmungskampf dürfte spannend werden, da die Meinung zum Entlastungstunnel stark davon abhängt, in welcher Gemeinde eine Stimmbürgerin oder ein Stimmbürger wohnt.

In einigen Zuger Quartieren besteht zudem die Befürchtung, dass sich der Verkehr zum Tunnel und aus dem Tunnel den Weg durch ihre Siedlungen suchen wird.

Sagt das Volk ja und läuft alles nach Plan, rollen im Jahr 2032 die ersten Autos durch den Tunnel - also in 17 Jahren. Geplant ist ein vierarmiges System mit einem unterirdischen Kreisel.

Das Zentrum soll so zu einer grossen Fussgängerzone mit autofreien Plätzen werden. Die Busse der Zugerland Verkehrsbetriebe und ein kleiner Teil des Autoverkehrs lassen sich aber auch mit dem Stadttunnel nicht vermeiden.. (sda)

Roadshow durch den Kanton

ft. Vor der Abstimmung vom 14. Juni wird das Projekt Stadttunnel mit Zentrum Plus in allen Gemeinden des Kantons vorgestellt:

Donnerstag, 26. März, 19 Uhr, Zug, Theater Casino;

Dienstag, 31. März, 19 Uhr, Rotkreuz, Saal Dorfmatt;

Mittwoch, 1. April, 19 Uhr, Menzingen, Zentrum Schützenmatt;

Mittwoch, 8. April, 19 Uhr, Cham, Lorzensaal;

Montag, 27. April, 19 Uhr, Unterägeri, Ägerihalle;

Mittwoch, 29. April, 19 Uhr, Hünenberg, Saal Heinrich von Hünenberg;

Mittwoch, 6. Mai, 19 Uhr, Steinhausen, Zentrum Chilematt;

Montag, 11. Mai, 19 Uhr¸ Baar, Gemeindesaal.


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