Neue Luzerner Zeitung Online

Zuger Original ist verstorben

ZUG ⋅ Am Montag ist Sepp Keiser im Alter von 91 Jahren verstorben. Mit ihm verliert die Stadt einen populären Kabarettisten.

In jungen Jahren war Josef Keiser, besser bekannt als Sepp Keiser, ein populärer Kabarettist und Schauspieler. So moderierte er beispielsweise im Schweizer Fernsehen vor Mäni Weber die ersten Folgen des Ratespiels «Dopplet oder nüt» und spielt in einigen Schweizer Filmen als Darsteller mit. Keiser war Mitbegründer des Cabarets Durchzug. Als er zusammen mit César Keiser im Cabaret Fédéral spielte, bekam er den Übernamen «Sepp Zuger».

Nach seiner wilden Zeit, wie er immer wieder begleitet von einem Lächeln erzählte, musste er sich zwischen Frau und Familie sowie seiner Schauspielkarriere entscheiden. Statt in Berlin und als Schauspieler landete er als einer der ersten Angestellten und Aussendienstmitarbeiter bei der Walter Rentsch AG in Zürich. Aus der Firma wurde später die Canon Schweiz AG und aus Keiser deren Verkaufschef.

Zur Abwechslung – viel Sport

Curling auf Spitzenniveau und mit Medaillen an Schweizer Meisterschaften, Bergsteigen und Skitouren waren Keisers Abwechslung zum harten Job. Zusammen mit Mario Grigoletto war Keiser fast jedes Wochenende in den Bergen unterwegs und bestieg auch zahlreiche Viertausender. Als er im hohen Alter bereits nur noch schlecht sah und hörte, marschierte er trotzdem täglich von der Zuger Altstadt hinauf auf den Zugerberg und hinunter ins Ägerital, um von dort mit dem Bus wieder nach Hause zu gelangen. Auch als Stadtführer war Keiser noch vor wenigen Monaten im Einsatz. Wo sich was befindet, wusste der Urzuger auch ohne es sehen zu können.

Pointierte Leserbriefe

Den Lesern der «Neuen Zuger Zeitung» ist Sepp Keiser als fleissiger Leserbriefschreiber bekannt, der bis vor rund vier Jahren zu so manchem Thema etwas Pointiertes zum Besten zu geben wusste. Keiser war immer stolz, dass er die parkierten Autos vom Landsgemeindeplatz weggebracht hat. Ihm war die Altstadt ein grosses Anliegen. Wohl auch darum, weil er den grossen Teil seines Lebens dort verbracht hat.

Charly Keiser

Login


 
Diskutieren Sie mit
Die Redaktion sichtet die Leserkommentare und schaltet sie zwischen 7 und 19 Uhr frei. Sie behält sich vor, Beiträge, die die Spielregeln zur Kommentarfunktion verletzen, nicht zu publizieren oder zu kürzen. Am meisten Chancen haben Kommentare, die direkt auf einen Artikel eingehen. Beiträge mit ehrverletzenden, rassistischen oder unsachlichen Äusserungen publizieren wir nicht. Der Korrespondenzweg ist ausgeschlossen. Leserkommentare können vollständig oder auszugsweise in der Neuen Luzerner Zeitung und ihrer Regionalausgaben publiziert werden.


Die Kommentarfunktion steht für diesen Artikel nicht mehr zur Verfügung. Entweder ist der Diskussionszeitraum abgelaufen oder die Diskussion zu diesem Thema wird in einem separaten Forum weitergeführt. Siehe www.luzernerzeitung.ch/forum

Anzeige:

Anzeige:

Webcam

Zug Zug

Anzeige:

Newsletter zur Region? Hier bestellen

Newsletter

zugerpresse.ch Jeden Mittwoch Neu

Zugerpresse