Zuger Regierung will 12 Prozent Gewinnsteuersatz für alle

FINANZEN ⋅ Der Zuger Regierungsrat rechnet nicht damit, dass ihm die Unternehmenssteuerreform III ein Loch in die Kasse reissen wird. Der Gewinnsteuersatz für alle Unternehmen soll auf vergleichsweise tiefe 12 Prozent angesetzt werden. Das soll die Konzerne vom Wegzug abhalten.

Burger King, Johnson & Johnson, Biogen: Der Kanton Zug ist in der Schweiz - neben Basel - der beliebteste Schweizer Standort für gemischte Gesellschaften. Rund 1800 internationale Unternehmen mit tausenden von Arbeitsplätzen sind am Zugersee ansässig.

Bisher wurden sie privilegiert behandelt und zahlten weniger Gewinnsteuer als Schweizer Unternehmen. Diesen Privilegien will die Unternehmenssteuerreform III (USR III) ein Ende bereiten. Sie strebt einen einheitlichen Steuersatz für alle Unternehmen an, überlässt es aber den Kantonen, wie hoch oder tief dieser sein soll.

Für die Zuger Regierung ist klar, dass sie international wettbewerbsfähig bleiben will. «Wir wollen verhindern, dass die gemischten Gesellschaften abwandern», sagte Finanzdirektor Heinz Tännler (SVP) am Montag vor den Medien. Das heisst: Der Gewinnsteuersatz, den die bisher Privilegierten künftig zahlen müssen, soll möglichst tief angesetzt werden.

An der unteren Grenze

«Wir gehen davon aus, dass wir den Gewinnsteuersatz bei rund 12 Prozent ansetzen», sagte Tännler weiter. Diese Zahl sei die Untergrenze, die international noch akzeptiert werde. Darunter werde man nicht gehen, sonst drohe neuer Ärger.

Der neue, höhere Gewinnsteuersatz für gemischte Gesellschaften bedeutet gleichzeitig eine Steuersenkung für Schweizer Unternehmen. Ihr Gewinnsteuersatz lag im Kanton Zug bisher bei 14,6 Prozent. Mit den neuen 12 Prozent müssen sie also deutlich weniger abgeben.

Was die Schweizer Unternehmen künftig weniger zahlen, soll von den höheren Steuern der rund 1800 gemischten Gesellschaften aufgefangen werden. Geplant sind neben einem einheitlichen Steuersatz auch Abzüge für Patente und für Forschung und Entwicklung. Wie diese genau gestaltet werden, ist aber noch unklar.

Private sollen Reform nicht spüren

Gemäss Tännler dürfte die Rechnung ungefähr aufgehen. Wichtig sei, dass die Steuerlast nicht von den Unternehmen zu den natürlichen Personen verschoben werde, sagte Tännler weiter. «Der private Steuerzahler soll die USR III nicht zu spüren bekommen.»

Die Rechnung geht aber nur auf, wenn die internationalen Konzerne wegen der Erhöhung des Gewinnsteuersatzes nicht abwandern. «In Sachen USR III gibt es noch viele Unsicherheiten», räumte Tännler ein. Es sei ein wenig Kaffeesatzlesen, was man hier mache. «Wichtig ist auch, was andere Kantone machen und was im Ausland passiert.»

Weil auf Bundesebene das Referendum gegen die USR III ergriffen wurde, muss das Volk voraussichtlich im Februar 2017 über die Reform entscheiden. Wird sie gutgeheissen, soll die neue Unternehmensbesteuerung auf 2019 in Kraft gesetzt werden.

sda
 


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