1183 Kinder und Erwachsene im Kanton Zug mit Schutzmassnahmen

KINDESSCHUTZ ⋅ «So viel wie nötig, so wenig wie möglich», so der Grundsatz der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) im Kanton Zug. 2016 verordnete die Behörde 1183 Schutzmassnahmen für Kinder und Erwachsene – fünf weniger als im Vorjahr. Auch die Zahlen der Gefährdungsmeldungen und Beschwerden waren rückläufig.
26. September 2017, 12:19

Bei den Schutzmassnahmen am häufigsten angewendet wurden wie bereits ein Jahr zuvor die massgeschneiderten Beistandschaften, wie es in einer Mitteilung der Direktion und des Innern des Kantons Zug vom Dienstag heisst. Die Gefährdungsmeldungen gingen 2016 von 495 auf 478 zurück. Die Zahl der Beschwerden sank von 38 auf 21.

In 38 Fällen wurden im vergangenen Jahr Zuger Kinder in einem Heim oder in einer Pflegefamilie fremdplatziert. 2015 war diese Massnahme noch in 45 Fällen getroffen worden. Den schwersten Eingriff in die Elternrechte - einen Sorgerechtsentzug - musste die Kesb auch 2016 nicht vornehmen. Dieser werde nur als «ultima ratio» angewandt.

«Mustergültige Umsetzung»

Schweizweit weist Zug die tiefste Rate an «Personen mit umfassenden Beistandschaften» auf, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Damit habe der Kanton die Umwandlungen von den altrechtlichen Vormundschaften in die milderen massgeschneiderten Beistandschaften «mustergültig umgesetzt».

Die Startphase von Amt und Behörde vor knapp fünf Jahren sei für alle herausfordernd gewesen, wird Regierungsrätin Manuela Weichelt (Alternative - die Grünen) in der Mitteilung zitiert. Nun sei man auf dem richtigen Weg. Einvernehmliche Lösungen stünden jeweils im Vordergrund und dem Prinzip der Verhältnismässigkeit werde Rechnung getragen.

Nach den anfänglichen Unruhen um die neue Behörde betont die Direktion des Innern aber auch, dass die Kesb nicht selten positive Rückmeldungen erhalte, von Betroffenen die dankbar um die Hilfe seien. Massnahmen würden nur angewendet, wenn sie zum Schutze der betroffenen Person zwingend erforderlich seien. (sda)

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