35 Jahre im Einsatz für Senioren

BAAR ⋅ Einmal im Monat treffen sich Inwiler Pensionierte zum gemütlichen Beisammensein. Zum guten Gelingen dieser Anlässe hat Albi Haupt lange Zeit massgeblich beigetragen. Jetzt gibt sie die Leitung in neue Hände.
27. Dezember 2017, 09:47

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Es ist eine gesellige Runde, die sich am Mittwoch vor Weihnachten im Saal des St.-Thomas-Zentrums in Inwil zum Essen zusammengefunden hat. Rund 60 Seniorinnen und Senioren nehmen am Weihnachtsessen des Pensioniertenhöcks Inwil teil.

Im Fokus steht an diesem Tag besonders eine Person: Albi Haupt. Sie hat während 35 Jahren als Leiterin die Anlässe des Pensioniertenhöcks organisiert und damit unzählige Stunden an Freiwilligenarbeit geleistet. Jetzt gibt die 72-Jährige das Amt in neue Hände: Emmi Meier wird neu die Leitung übernehmen. In den Abschiedsworten für Albi Haupt – ein Anwesender trägt sogar ein Gedicht vor – wird deutlich, wie sehr die Gruppe aus älteren Inwilerinnen und Inwilern die langjährige Leiterin geschätzt hat. «Du hast viel geleistet und bist eine sehr starke Frau», heisst es etwa. Sogar Vertreter der katholischen und der reformierten Kirche überbringen Grüsse. Die Angesprochene bleibt dabei bescheiden. «Ich hatte immer viele gute Geister um mich», erklärt sie, und fügt an: «Die grosse Dankbarkeit der Leute hat mich stets motiviert.»

Als Albi Haupt die Leitung des Pensioniertenhöcks übernahm, war sie gerade mal 37 Jahre alt. Ihr Mann, Heinz Haupt, war damals Vorstandsmitglied in der Nabia (Nachbarschaft Inwil-Arbach), dem Quartierverein der Baarer Ortschaft. «Eines Tages kam er nach Hause und eröffnete mir, dass ich für die Nachfolge vorgesehen sei», erzählt die Inwilerin. Ihr erster Gedanke war: «Das kann ich nicht.» Dies, weil die drei Kinder noch im Schulalter waren und es zu Hause viel zu tun gab. Obwohl sich Albi Haupt das Engagement zunächst nicht vorstellen konnte, hat es ihr «den Ärmel schliesslich schnell reingezogen».

Jassen, Ausflüge und das Weihnachtsessen

Heute blickt sie auf «sehr viele schöne Stunden» zurück, wie sie sagt. Jeden letzten Mittwoch im Monat treffen sich die Senioren jeweils zum gemütlichen Beisammensein. Zum Programm gehören auch Ausflüge, etwa in den Schwarzwald oder zum Rheinfall, und das alljährliche Weihnachtsessen – ein Anlass, den Albi Haupt vor 23 Jahren ins Leben gerufen hat. Als Höhepunkt werden der abtretenden Leiterin neben den Ausflügen auch die Besuche des Fröschenzunftmeisters in der Fasnachtszeit in Erinnerung bleiben.

Beim einen oder anderen Höck wird Albi Haupt auch künftig noch anzutreffen sein. Das bestätigt ihr Mann Heinz Haupt, mit dem sie seit 52 Jahren verheiratet ist und in Inwil lebt: «Sie wird nicht ganz loslassen können», sagt er mit einem Lachen. Auch im Dorf wird man der engagierten Seniorin weiterhin begegnen: Sie arbeitet viermal pro Woche im Café Bäckerei Dorfplatz, das ihr Sohn betreibt. Ausserdem gibt sie Lektionen im Altersturnen. Albi Haupt sagt: «Ich brauche diese Aktivitäten, sonst würde mir wohl langweilig werden.»

Der Pensioniertenhöck Inwil wurde 1972 von einem Vorstandsmitglied des Quartiervereins Nabia ins Leben gerufen. Wie der Broschüre zum 30-Jahr-Jubiläum aus dem Jahr 2002 zu entnehmen ist, erschienen am Anfang jeweils 10 bis 15 Pensionierte an den Höcks. Auch damals schon sei Jassen Trumpf ­gewesen, heisst es. Und weiter: «Viele Frauen strickten oder bastelten etwas für den Basar an der Ebeler Chilbi. Der Erlös kam jeweils der Zuwebe zugute.» Ihren ersten Ausflug machten die Pensionierten übrigens im Jahr 1975 – und zwar ging es mit Bus und Zugerbergbahn auf den Zugerberg. Ab diesem Zeitpunkt hatte der Ausflug seinen festen Platz im Jahresprogramm – wobei heute jeweils rund 50 Personen teilnehmen.


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