NZZ Online, 20. Juni 2012, 19:58
A4-Raststätte benötigt Hilfe
Die Raststätte im Säuliamt hatte auch letztes Jahr finanzielle Probleme. (Karin Hofer/NZZ)
Die mit ausbleibenden Besuchern kämpfende Raststätte «My Stop» am Anschluss Affoltern der A4 sucht das Gespäch mit den Banken. Die offene Forderung des Kantons über angeblich rund 1,2 Millionen Franken weist der Verwaltungsrat klar zurück.
«Die Aktionäre kennen nun den Ernst der Lage», sagt am Tag nach der Generalversammlung Joel Malgo, Verwaltungsratsdelegierter der Raststätte «My Stop» am A 4-Anschluss Affoltern. Nachdem sie 2011 auch im zweiten Betriebsjahr mit Verlust (-2,7 Mio. Fr.) abgeschlossen hatte, waren Massnahmen unumgänglich.
Die operative Sanierung ist laut Malgo bereits erfolgt. Neben betrieblichen Anpassungen wurde der Personalaufwand auf jährlich 2,7 Mio. Fr. halbiert. Die Raststätte sei nun auf das Niveau der A 4-Verkehrsfrequenzen nivelliert, das tiefer sei als erwartet, aber ansteige. «Es geht flacher nach oben, aber es geht aufwärts», so das Fazit von Malgo.
Urner senken Wert ihres Anteils
Finanziell ist die Raststätte nicht aus dem Schneider. Da man kaum jemanden finde, der frisches Geld einschiesse, werde das Gespräch mit den Aktionären gesucht, erklärte Malgo. Dazu gehören die Kantonalbanken von Uri und Zürich, mit denen man auch über die Zinsbelastung reden will.
Dass die Raststätte heute als Risiko eingestuft wird, zeigt der Geschäftsbericht des «My-Stop»-Betriebs Gotthard an der A 2. Deren Verwaltungsrat hat aus Gründen der Vorsicht wegen des 20-prozentigen Anteils an der «My-Stop»-Schwester im Knonauer Amt eine Wertberichtigung um 2.1 Mio. Fr. vorgenommen. Dadurch resultierte 2011 ein Verlust von mehr als einer halben Mio. Fr. In der Jahresrechnung ist die Beteiligung von zuvor 1,5 Mio. Fr. auf einen Franken herabgesetzt. Die Zentralschweizer halten an der Zusammenarbeit mit den Säuliämtlern fest, bezeichnen die Raststätte an der A 4 aber als «überdimensioniert».
Ärger über den Kanton
Hängig bleibt der Streit mit dem Kanton über offene Forderungen aus dem Bau der A 4, die der «My Stop»-Verwaltungsrat zurückweist. Sein Präsident Karl E. Schroeder, der Geschäftsführer von Gastro Zürich, äusserte sich auf Anfrage ungehalten über das Verhalten der Baudirektion in dieser Frage – und nennt Zahlen.
Der Kanton habe in den Verhandlungen seine Forderung bereits von 2,7 auf gut 1,2 Mio. Fr. gesenkt. Selbst wenn noch ein Betrag fällig wäre, was bestritten werde, gingen entsprechend der damaligen Kostenverteilung beim Bau der Autobahn 80 Prozent an den Bund; der Kanton würde nur einen Fünftel erhalten, betonte Schroeder. Dem stünden jährlich 400 000 Franken gegenüber, die «My Stop» jedes Jahr an Konzessionsgebühren bezahle.
sho.
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