Ablenkung ist Unfallursache Nummer 1 im Kanton Zug

ZUG ⋅ Weniger Unfälle und weniger Schwerverletzte: Die Unfallzahlen im Kanton Zug liegen im Mittel der vergangenen Jahre. Viel zu viele Autofahrer sind abgelenkt oder unaufmerksam.
21. März 2017, 09:55

Im Jahr 2016 ereigneten sich im Kanton Zug 872 Verkehrsunfälle, 28 weniger als 2015. Dies teilen die Zuger Strafverfolgungsbehörden am Dienstag mit. Zwei Männer sind ums Leben gekommen. Der eine verunfallte in Rotkreuz auf der Chamerstrasse mit einem Töff, der andere mit einem schnellen E-Bike bei einer Kollision mit einem Fahrrad in Zug auf dem Chamer Fussweg. Die Zahl der Schwerverletzten ist um 4 auf 49 gesunken.

Von den 872 Verkehrsunfällen 2016 waren rund ein Viertel (272) Schleuder- oder Selbstunfälle. Einer der 2016 Schlagzeilen machte, war der Selbstunfall eines Sattelschleppers Ende Oktober. «Dieser Unfall führte uns klar vor Augen, wie stark ausgelastet das Strassennetz ist und wie wenig es braucht, dass der Verkehrsfluss nachhaltig gestört werden kann oder gar zum Erliegen kommt», sagt Karl Walker, Kommandant der Zuger Polizei.

 

Zu wenig Abstand auf der Autobahn

Je ein Fünftel der Unfälle geschahen beim Parkieren (177) oder waren Auffahrunfälle (172). Eine grosse Mehrheit der Auffahrunfälle ereignete sich auf dem Autobahnnetz. Dort herrscht insbesondere in den Morgen- und Abendstunden dichtes Verkehrsaufkommen. Ein Grossteil der Autofahrer hält im Verhältnis zur Geschwindigkeit zu wenig Abstand. Diese Auffahrunfälle wären mit genügend Abstand zu vermeiden: «Als Faustregel für genügenden Abstand gilt mindestens der «halbe Tacho», also halb so viele Meter, wie die Geschwindigkeit in Kilometern beträgt», empfiehlt Stephan Rogger, Chef Verkehrspolizei.

Hauptunfallursache Ablenkung

Das Strassenverkehrsrecht verlangt, dass sich alle so verhalten, dass sie andere in der ordnungsgemässen Benützung der Strasse weder behindern noch gefährden. Somit sind alle Verrichtungen verboten, welche die Aufmerksamkeit einschränken. 322 Unfälle hätten sich 2016 wegen Ablenkung und Unaufmerksamkeit am Steuer ereignet, 123 Personen wurden verletzt.

Heutzutage könne man im Strassenverkehr beobachten, wie Fussgänger die Strasse überquerten und gleichzeitig gedankenversunken ein SMS schreiben würde, Velofahrer mit Kopfhörern, die sich durch den Abendverkehr schlängelten oder Autofahrer, die mit dem Handy am Ohr auf der Autobahn unterwegs seien. «Der technische Fortschritt bei den modernen Kommunikationsmitteln wirkt sich negativ auf die Verkehrssicherheit aus. Die Nutzung und die damit verbundenen Gefahren werden massiv unterschätzt und führen immer wieder zu Unfällen», mahnt Verkehrspolizeichef Stephan Rogger. Deshalb werde die Zuger Polizei auch im laufenden Jahr ein besonderes Augenmerk auf abgelenkte und unaufmerksame Verkehrsteilnehmer haben.

Anzahl Unfälle wegen Alkohol rückläufig

Die Polizei hat aber auch eine positive Nachricht: Die Unfallzahlen wegen Alkohol gingen leicht zurück. Von 37 Unfällen (Vorjahr 41), bei denen Lenker unter Alkoholeinfluss standen, waren 29 Selbstunfälle. Insgesamt konnten 111 nicht fahrfähige Fahrzeuglenker gestoppt werden. Die Kontrolle der Fahrfähigkeit war im letzten Jahr ein primäres Ziel der Verkehrskontrollen der Zuger Polizei.

pd/rem

Hinweis: Verkehrsstatistik 2016 des Kantons Zug: die detaillierten Zahlen »

Anzeige: