Archivar soll in der Altstadt bleiben

PARLAMENT ⋅ Die Geschäftsprüfungskommission ist für den Ausbau der Zivilschutzanlage im Parkhaus Casino zu einem Archiv. Sie verlangt aber, dass der Hauptnutzer in der Umgebung bleibt.
17. März 2017, 07:02

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Der Stadtrat Zug will für rund 2 Millionen Franken die ehemalige Zivilschutzanlage im Parkhaus Casino für die Lagerung von Kulturgütern herrichten («Zuger Zeitung» vom 22. November 2016).

Am Dienstag kommt das Geschäft in den Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (GGR). Die Chancen für den Stadtrat stehen gut, dass das Parlament den ­Kredit für das Geschäft bewilligt, wie ein Blick in den Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) zeigt. Allerdings erwartet die Kommission «nach Zustimmung durch den GGR, dass der Arbeitsplatz des Stadtarchivars sinnvollerweise in der Bibliothek Zug verbleibt», schreibt sie in ihrem Bericht: «Sonst macht die Investition in die Archivräumlichkeiten einfach keinen Sinn.»

«Allerdings ist noch nichts entschieden»

Hintergrund der Forderung der GPK ist die häufige Nutzung: Fünf- bis zehnmal täglich soll nämlich der Stadtarchivar das Archiv aufsuchen. Darum hat sich GPK-Präsident Philip C. Brunner (SVP) erkundigt, wie eine fünf- bis zehnmalige Nutzung pro Tag erfolgen soll, wenn der Archivar im L & G-Gebäude an der Gubelstrasse 22 seinen Arbeitsplatz hat. Die Stadtregierung hat dazu eine interne Diskussion geführt. Stadtrat Karl Kobelt hat an der GPK-Sitzung wie folgt kurz zusammengefasst: «Der Stadtrat kann sich vorstellen, dass der Stadtarchivar an seinem jetzigen Arbeitsplatz in der Bibliothek Zug bleiben kann. Allerdings ist dazu aber noch nichts entschieden, und es muss als Erstes die Zustimmung oder die Ablehnung der Vorlage durch den GGR abgewartet werden.» Erst dann sei klar, ob die Räumlichkeiten zukünftig auch für das Archiv genutzt werden könnten.

Die Geschäftsprüfungskommission beantragt dem Parlament mit 5 zu 0 Stimmen, auf die Vorlage einzutreten und für die Umnutzung der Zivilschutzanlage Parkhaus Casino in einen Kulturgüterschutzraum beziehungsweise Archivraum einen Baukredit von 2,026 Millionen Franken zu bewilligen.

Architektonisch und konzeptionell überzeugend

Um noch mehr Geld geht es am Dienstag bei zwei weiteren Traktanden. Auch hier lassen Kommissionsberichte abschätzen, wie sich der GGR entscheiden könnte. Mit 11 zu 0 Stimmen spricht sich nämlich die Bau- und Planungskommission (BPK) für den Baukredit von 16,8 Millionen Franken für einen Erweiterungsbau bei der Schulanlage Riedmatt aus. Die BPK ist vom Projekt «Laurentia» architektonisch und konzeptionell überzeugt, wie sie in ihrem Bericht postuliert.

Die Geschäftsprüfungskommission äusserte sich besorgt um die archäologische Wichtigkeit des Gebietes und fragte, ob es deswegen zu einer Bauverzögerung kommen könne. Der Leiter Hoch­bau habe aber versichert, dass von einem Baustopp nicht auszugehen sei. «Die archäologische Abteilung sei bereits in der Planungsphase vor Ort gewesen und hat mittels Sondierungen geprüft, ob etwas festzustellen ist», bemerkt die GPK in ihrem Kommissionsbericht: «Da keine archäologischen Funde festgestellt wurden, konnte schriftlich zugesagt werden, dass mit der Baugrube gestartet werden kann.» Ausserdem werde die Archäologie den Bauablauf begleiten und bei eventuellen Funden parallel zum Bau Ausgrabungen vornehmen. Auch die GPK spricht sich einstimmig (6 zu 0 Stimmen) für den 16,8-Millionen-Franken-Kredit aus.

«Ja, aber», lassen sich sinnesgemäss die Entscheide von BPK und GPK zum 2,96-Millionen-Franken-Kredit für einen Pavillon bei der Schulanlage Guthirt interpretieren. Spricht sich doch die BPK «nur» mit 8 zu 3 Stimmen für den Kredit und damit die Pavillons aus, die vornehmlich für die Angebote des Mittagstisches und der ausserschulischen Freizeitbetreuung gebraucht werden. Die GPK spricht sich mit 5 zu 1 Stimmen für das Vorhaben aus, moniert aber, dass die Schulraumplanung künftig ganzheitlicher angegangen werden müsse. Die BPK verlangt zudem, dass der Stadtrat seine Vorlagen künftig früher in die Kommissionen bringt, damit diese rechtzeitig konstruktiven Einfluss nehmen könnten.


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