Boris Becker hat Schulden in Zug

ZUG ⋅ Boris Becker hat eine happige Rechnung auf dem Tisch: Rund 196'800 Franken plus Zinsen schuldet der ehemalige Tennisstar der Ausgleichskasse Zug. Er zahlte im Jahr 2008 seine Beiträge für Selbstständigerwerbende nicht ein, also AHV, IV und Erwerbsersatzordnung.

16. Januar 2015, 16:20

Seit 2010 versucht die Zuger Kasse bereits, mit Zahlungsbefehlen an das Geld zu kommen - vergeblich. Nun werden Vermögenswerte von Becker blockiert. Das Betreibungsamt Küsnacht ZH sperrt die Stammanteile Beckers an der Vermarktungsfirma Boris Becker GmbH mit Sitz in Küsnacht.

Sein Anteil hat einen Wert von 90'000 Franken. Darüber kann Becker erst wieder verfügen, wenn er die Rechnung in Zug begleicht. Über die Publikation im Amtsblatt des Kantons Zürich berichteten am Freitag auch «Blick» und «20 Minuten».

Im Amtsblatt ausgeschrieben wurde die Blockierung, weil Becker die so genannte Arresturkunde nicht zugestellt werden konnte. Wohnsitz und Aufenthalt seien unbekannt, heisst es in der Anzeige. Becker hatte seinen offiziellen Wohnsitz während rund sechs Jahren im zugerischen Risch, war aber sehr selten zuhause.

Becker war offiziell Zuger

Im vergangenen Jahr kehrte er dem Kanton Zug den Rücken und verschob seinen Wohnsitz offiziell nach London. Die Adresse ist den Behörden aber offenbar nicht bekannt. Sein momentaner Aufenthaltsort ist aber ohnehin Melbourne, Australien. Dort bereitet er Novak Djokovic auf die Australian Open vor.

Es ist nicht das erste Mal, das Boris Becker dem Kanton Zug Aufwand beschert: Im Jahr 2012 wurde er von seinem Pfarrer verklagt, weil er die Rechnung für seine Hochzeit mit Lilly Kerssenberg in St. Moritz nicht zahlen wollte.

Der Pfarrer forderte knapp 10'000 Franken zusätzlich, weil ihm die im Fernsehen übertragene Traumhochzeit einen immensen Aufwand beschert habe. Becker musste vor dem Zuger Kantonsgericht antraben. Es entschied, dass der Tennisstar einen kleinen Teil des Zusatzaufwandes berappen müsse.

sda


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