Designmesse «Aus-Zug» mit Stil und Charakter

ZUG ⋅ Die Produkte, die an der Designmesse «Aus-Zug» gezeigt wurden, stammen tatsächlich aus Zug. Gezeigt wurde am Wochenende ein Überblick des kreativen Schaffens, dem noch Potenzial attestiert wird.

28. November 2016, 07:57

Die Shedhalle in Zug wurde dieses Wochenende wieder Schauplatz für das Ausstellen verschiedenster Formen künstlerischer Arbeit. Der Name der Designermesse «Aus-Zug» lässt es bereits erahnen – Produkte und/oder Produzent stammen aus dem Kanton. Ein Überblick des kreativen und passionierten Schaffens.

Anfang des 20. Jahrhunderts diente die Shedhalle an der Hof­strasse der Firma Landis + Gyr dazu, zum internationalen Technologiekonzern aufzusteigen.

Mode, Möbel und ein Gin

Gut hundert Jahre später rücken hier komplett andere Werke in den Mittelpunkt. Diese reichen von Mode und Möbeln über Kunst und Kulinarik bis zum eigenen Gin mit Namen «6300». Die Stimmung ist dezent und freundschaftlich – der Kontakt zwischen Ausstellern und Besuchern erfolgt natürlich und ungezwungen. Erforscht werden kann die Ausstellung in drei Räumen, wobei in jedem eine andere Energie herrscht.

Der Hauptausstellungsraum ist gut beleuchtet, und es besteht genug Platz, sich frei zu bewegen. Auch die Winterkleidermarke Capranea hat sich eingerichtet. Der Steinbock (lateinisch Capra ibex) ist nicht zufällig Name und Logo der Marke – Attribute wie die Eigenständigkeit zeichnen beide aus. Die Kleider sind aufwendig konzipiert und kommen an – erste Priorität hat für die vier Mitarbeiter Qualität. So hat sich Capranea auch auf dem umkämpften Markt einen Namen machen können. Begegnungen erfolgen im Eingangsraum, wo auch kulinarisch verwöhnt wird.

Frische Ravioli von «Pasta Monica» werden serviert – den Leuten schmeckts. Im dritten Raum spürt man förmlich den Kreativitätsfluss. Über einem Klavier schweben 1000 aus Papier gefaltete Kraniche. Die Szenerie in Anlehnung an die japanische Mythologie wirkt sehr sinnlich und soll Glück bringen. Das «Atelier 63» hat sich eingerichtet. Der Verein zelebriert Kunst in allen Facetten.

Ramon Bachmann aus Zug hat sich der Gebrauchskunst verschrieben. Auf Wand und Objekt erschafft er Kunst verschiedener Stile. Die gebürtige Engländerin und in Zug wohnhafte Heather Bishop entwickelt Bilder mit Hilfe von Alltagsgegenständen. Besonders Stoffe wie Jeans funktionieren für ihr Schaffen prima. Die Gegenstände werden in Farbe getaucht und dann auf das Blatt gedruckt – tönt abstrakt, ist aber kreativ und wunderschön. «Ich habe diese Methode selbst entwickelt – meine Inspiration ist Gott», erzählt die Textildesignerin.

Potenzial ist sicher noch mehr vorhanden

Die Messe überzeugt und inspiriert. Christine Binzegger aus Zug äussert dennoch einen Kritikpunkt: «Mir hat das Ganze sehr gefallen, und trotzdem finde ich es schade, dass diese Messe nicht grösser und bekannter ist. Ich bin mir sicher, es gäbe noch viel mehr kreative Zuger Designer mit Potenzial.»

Nils Rogenmoser


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