Die Baarerstrasse wird zur Café-Meile

ZUG ⋅ Der Norden der Stadt entwickelt sich weiter. Dabei scheinen vor allem Cafés und Bars wie Pilze aus dem Boden zu schiessen. Auch im roten Gebäude der ehemaligen Postfiliale soll ein Lokal entstehen.

12. Oktober 2016, 05:00

 

Ist Zug Nord das neue Café- und Ausgangsviertel? Im Guthirt-Quartier an der Baarerstrasse scheinen solche Lokale zu boomen. In den vergangenen Jahren sind dort mehrere Bars und Cafés eröffnet worden. Unter anderem das «Niente», die Eleven Bar oder die RS-Bar. Und die Bäckerei Hotz Rust hat erst kürzlich im Haus des Obstverbandes eine neue Filiale mit Café eingerichtet.

Sie alle sollen nun Konkurrenz erhalten. In den vergangenen Wochen lag ein Baugesuch für ein weiteres Café öffentlich auf. Voraussichtlich unter dem Namen Stadtcafé soll dieses im roten Gebäude an der Baarerstrasse 94 entstehen, auf der südlichen Gebäudeseite zur Mattenstrasse. Auf einer Fläche von rund 90 Quadratmetern sind Stehplätze sowie Platz für 12 Zweiertischchen vorgesehen. Wie aus den Plänen hervorgeht, bietet das Café total rund 40 Personen Platz im Innern. Draussen in Richtung Baarerstrasse sind weitere 14 Sitzplätze geplant. Bauherrin des Umbaus ist die Möbel Gallati AG, Sihlbrugg. Diese war für weitere Auskünfte nicht zu erreichen.

Es hat noch Platz im Guthirt

Aus dem Betriebskonzept kann man jedoch entnehmen, dass im Stadtcafé nicht nur Getränke angeboten werden sollen, sondern auch kleine Mittag- und Abendessen. Das Lokal richte sich an Mütter mit ihren Kindern, Passanten, Stammgäste sowie an Mitarbeiter umliegender Firmen und Schüler. Die Öffnungszeiten sind von morgens um 7.30 Uhr bis um 23 Uhr abends angedacht.

Doch hat es auch genügend Kunden für ein weiteres Lokal? Carmen Rüttimann hat zwar keine Angst vor Konkurrenz, wie die Geschäftsführerin der Eleven Bar selber sagt. Doch sie habe den Eindruck, dass es bereits mehr als genug solcher Lokale und Cafés in Zug gebe. Was ein weiteres Angebot im Raum Zug Nord betrifft, ist sie skeptisch: «Ich glaube nicht, dass es genügend Leute hat.» Anders sieht dies die Geschäftsführerin der Bar Niente, Magda Braila, obwohl das neue Café bei ihr zur direkten Konkurrenz werden könnte, da auch ihr Lokal Mittag- und Abendessen serviert. «Es hat in den letzten Jahren auch mehr Leute gegeben – da verträgt es schon noch ein weiteres Café.» Sie empfinde ein neues Angebot als Bereicherung für das Quartier. Die grösste Konkurrenz wird das neue Stadtcafé wohl der Bäckerei Hotz Rust mache. Sie hat, ein Haus weiter, unlängst eine Filiale mit Café eröffnet. Evelyn Rust von der Geschäftsleitung gibt sich jedoch gelassen: «Unsere Stammkunden sind Business-Leute. Und ich denke, dass es in der Region genügend Gäste für ein weiteres Café gibt.» Zudem werde es für die Kunden so attraktiver, denn Mitbewerber fordern die Lokale heraus. Sie ist überzeugt, dass sich die Bäckerei mit ihren Angeboten im Verkauf ausreichend gegen die Konkurrenz behaupten kann.

Zoe Gwerder


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