Ein Marktplatz für Arbeitsuchende

CHAM ⋅ Bereits zum fünften Mal fand gestern im Lorzensaal die Zuger Jobmesse statt. Dabei stand vor allem das Netzwerken im Vordergrund – jedoch nicht nur.
15. März 2017, 04:29

Oliver Müller

redaktion@zugerzeitung.ch

«Es soll ein Marktplatz sein, auf dem Arbeitsuchende interessante Kontakte knüpfen können», so beschrieb Gianni Bomio, Präsident des Vereins für Arbeitsmarktmassnahmen (VAM), den Sinn der Zuger Jobmesse. Diese fand gestern bereits zum fünften Mal im Chamer Lorzensaal statt mit dem Ziel, «Leute zusammenzubringen», wie es Bruno Thalmann vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) auf den Punkt brachte.

Vor Ort waren rund 16 Aussteller und Institutionen, welche über ihre Angebote für Stellen­suchende informierten, darunter 9 private Stellenvermittler aus der Region, die Stellen in ganz unterschiedlichen Branchen vermitteln. In informeller Atmosphäre konnten sich die Besucher so über ihre Möglichkeiten informieren und wichtige Kontakte knüpfen. Mit dabei war auch Eures Schweiz, ein Kooperationsnetzwerk, welches das Ziel hat, die Arbeitsmobilität innerhalb der Europäischen Union zu fördern. «Arbeiten im Ausland kann gerade für Junge eine spannende Chance und Möglichkeit sein», begründet Robert Mattli vom RAV die Anwesenheit von Eures.

Tipps und Tricks sind Programm

Nebst dem Marktplatz gab es gestern weitere Programmpunkte im Lorzensaal. Die regionale Sektion des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks (SAH) checkte Bewerbungsdossiers und gab den Arbeitsuchenden wertvolle Empfehlungen, wie diese ihr Dossier gestalten und optimieren können. Zum Thema Bewerbungsdossier referierte in einem Fachvortrag auch Constantino Amoros, Personalleiter bei der Zuger Kantonalbank. «Das Bewerbungsdossier ist die Visitenkarte des Bewerbers und muss deshalb fehlerfrei sein», sagte Amoros. Und er fügte weiter an: «Wer in in der Rechtschreibung nicht ganz so fit ist, soll sich helfen lassen, indem der Lebenslauf und das Bewerbungsschreiben von einer anderen Person gelesen und korrigiert werden.»

Der zweite Vortrag richtete sich an Stellensuchende ab 50 Jahren. Gemäss der kantonalen Kampagne «Alter hat Potenzial» lautete der Tipp von Christoph Erni, Inhaber der Erni Associates und Referent: «Die Bewerbenden sollen an sich und ihre Fähigkeiten glauben und diese hervorheben, ganz egal, wie alt sie sind.»

Ein voller Erfolg

Rund 400 Arbeitsuchende fanden gestern den Weg in den Lorzensaal. «Das Konzept bewährt sich», freute sich Robert Mattli vom RAV Zug. Das sei auch der Grund, wieso die Jobmesse bereits zum fünften Mal durchgeführt werde. Wie viele Stellen gestern aber tatsächlich vermittelt wurden, darüber gibt es keine Erhebung. «Das kann man fast nicht messen, denn die Stellensuche ist ein Puzzle, das aus vielen Teilen besteht», so die Begründung von Gianni Bomio. Die Rückmeldungen seien jedoch immer sehr positiv – von Stellensuchenden, aber auch von den Personalvermittlern. Von der Idee überzeugt ist auch Räto Casanova vom Personalvermittler Adecco in Zug. Er und sein Team schätzen die unkomplizierte Atmosphäre an der Jobmesse.

Dass der Anlass jeweils im Frühling stattfindet, ist kein Zufall. Aktuell sei das Angebot auf dem Stellenmarkt grösser als beispielsweise im Herbst, begründet das RAV Zug. Vor allem die Baubranche rekrutiert jetzt Personal. Deshalb ist der Anlass auch für diese Branche eine interessante Plattform. «Es ist uns wichtig, dass es ein konkretes Angebot an Stellen gibt, hier an der Jobmesse», so der Leiter des RAV Zug, Bruno Thalmann. Im Kanton Zug sind derzeit rund 2879 Personen beim RAV gemeldet. Mit einer Arbeitslosenquote von rund 2,6 Prozent liegt der Kanton Zug damit rund 1 Prozent unter dem nationalen Durchschnitt.


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