Energiestädte schalten sich ein

CHAM ⋅ Im Mai stimmt das Volk über das neue Energiegesetz ab. Der Kampf um die Stimmen ist entbrannt. Ganz besonders auch im Kanton Zug – weil zwei Interessengruppen mächtig Gas geben.
19. April 2017, 08:06

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Im März lancierten die beiden ehemaligen Zuger Kantonsräte Konrad Studerus (CVP) und Rudolf Balsiger (FDP) das «Überparteiliche Zuger Komitee Energiegesetz Nein» (Ausgabe vom 11. März).

Am 25. April nun findet im Chamer Lorzensaal das «Forum Energiestrategie 2050» statt. Beteiligt an der Organisation sind Katja Schürmann, Energiestadt-Beraterin, Judith Kneubühl, Architektin und Energieberaterin, sowie Claudio Meisser, Präsident der Energiestadtkommission Cham von 2001 bis 2016.

«Wir wollen bewusst keine Pro-Kontra-Veranstaltung»

Ist das Forum Energiestrategie 2050 die Antwort auf das Zuger Nein-Komitee? «Nein», antwortet Meisser. «Weil wir kein politisches Gremium sind und die acht Zuger Energiestädte gar keine Pro-Kontra-Veranstaltung organisieren dürfen, denn das ist nicht ihre Aufgabe. Die Gemeinden dürfen nicht politisch in den Abstimmungskampf eingreifen und bestenfalls eine informative Veranstaltung organisieren.» Er doppelt nach: «Wir wollen bewusst keine Pro-Kontra-Veranstaltung organisieren.»

Warum braucht es überhaupt eine Infoveranstaltung? Ist das Abstimmungsbüchlein unvollständig, oder sind die Informationen in der Presse ungenügend? «Es ist ein geeigneter Moment, unseren Bürgern in Erinnerung zu rufen, dass wir als Energiestädte einen Informationsauftrag haben», antwortet Meisser. Und es sei wichtig, von der «Subventionitis» im Energiesektor weg hin zu Lenkungsmassnahmen zu kommen. Das Energiegesetz sei extrem komplex, fügt Katja Schürmann hinzu. Das Forum werde organisiert, damit sich die Stimmbürger informieren, Fragen stellen und sich so ein Bild zur Vorlage machen könnten.

Weg von den Subventionen, hin zu Lenkungsabgaben

Warum sollen die Stimmbürger dem neuen Gesetz zustimmen? «Das Wichtigste ist der genannte Wechsel zu Lenkungsabgaben», wiederholt Meisser. Und evident sei zudem die Abkehr von Atomkraftwerken, da diese nicht wirtschaftlich betrieben werden könnten und es neue Lösungen im Energiesektor brauche, ergänzt Kneubühl. «Wir müssen unsere Handlungsfähigkeit in der Energiepolitik erhalten, und dazu braucht es ein Ja», sagt Schürmann. Meisser erklärt: «Damit wir mehr Komfort dank eingesparter Energie bekommen.» Und Schürmann betont: «Um eine möglichst intakte Umwelt erhalten zu können.»

Judith Kneubühl fügt an: «Ganz wichtig ist, dass wir weg von den Ölheizungen kommen, was dank dem neuen Energiegesetz erreicht wird.» Meisser ergänzt: «Das Gesetz ist aber nur der erste Schritt der Energiestrategie 2050, die dann erst noch umgesetzt werden muss.»

Hinweis Forum Energiestrategie 2050: Dienstag, 25. April, 19.30 Uhr, im Lorzensaal in Cham


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