Erfolg braucht starke Leader

ZUG ⋅ Der bekannte Sportmentor Ruedi Zahner zeigt beim kantonalen Sportforum, wie Trainern der Durchbruch gelingt. Dass die Realität manchmal anders abläuft als geplant, weiss er aber auch.
15. April 2017, 08:09

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Dass Trainer in einer gewissen Weise auch sehr gute Schauspieler sein müssen, hat der bekannte Mentalcoach Ruedi Zahner beim 16. kantonalen Sportforum am Mittwochabend sehr eindrücklich bewiesen. In seinem interessanten Vortrag vor über 200 Sportlern aus dem Kanton ging er diesbezüglich in die Vollen. Er zeigte, dass ein guter Trainer eigentlich gleich sieben Charakteren in sich vereinigen muss. Um dies anschaulich zu vermitteln, schlüpfte er auf der Bühne gleich in diese Rollen. Zahner nannte sie die sieben Experten, welche für ihn das innere Führungsteam des Trainers ausmachen. Das ist der Trainer für Begeisterung und Biss, für Kommunikation und Schläue, für Harmonie und Freude, für Grösse und Optimismus, für Ruhe und Mitgefühl, für Disziplin und Perfektion und für Demut und Herz.

Alle diese gefühlsmässigen Ausformungen haben ihre guten wie auch ihre schlechten Seiten. Wer es schaffe, auf dieser «Klaviatur der Emotionen» jeweils das Passende auszuwählen, sei der vollkommene Trainer, so Zahner. Er sagte aber auch: «Als Trainer kann ich nicht allein Erfolg haben. Vielmehr müssen sich alle gegenseitig unterstützen.» So sei der Trainer in der Hierarchie nicht mehr «das schwächste Glied der Kette». Ein weiterer Tipp des ehemaligen Fussballers an die Führungsriegen der Sportvereine im Land: «Der Umgang mit schwierigen Situationen ist der Schlüssel zum Erfolg.» Dabei dürfe man sich aber nicht verrückt machen lassen: «Mit Stress hat man keine Entscheidungskraft. Die guten Entscheide kommen aus der Ruhe.» Und Zahner hatte auch bemerkt, dass, wenn ein neuer Trainer kommt, wenn es schlecht läuft, «es meistens schon zu spät ist». Da liesse sich, so ist aus dieser Äusserung zu schliessen, landauf, landab viel Geld sparen, denn bekanntlich ist es ja so, dass bei schlechten Leistungen eines Teams oder eines Einzelkämpfers als Erstes am Stuhl des Trainers gesägt wird.

Zugs Bildungsdirektor profitiert von Vortrag

Der Zuger Bildungsdirektor Stephan Schleiss, der ja auch ein grosses Team führt, hat von Zahners Vortrag das Folgende mit nach Hause genommen: «Wenn es wieder einmal streng wird, atme ich erstmals gut durch.» Es freue ihn natürlich, dass wiederum so viele Sportler und Sportfunktionäre den Weg zum Sportforum gefunden hätten. Es sei ja auch immer eine gute Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen. Schleiss hat den Anwesenden aber auch erklären müssen, dass im Zuge der kantonalen Sparbemühungen auch der Sport seinen Beitrag leisten müsse. Alles in allem sollen rund 10 Prozent des Gesamtbudgets von rund 1,5 Millionen Franken eingespart werden. Beim kantonalen Sportforum ist der Rotstift aber nicht angesetzt worden. Es wird auch im kommenden Jahr stattfinden, und zwar am 11. April 2018. Gastredner wird dann ein Zuger sein, nämlich der Ruder-Olympiasieger Simon Niepmann.


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