Es steht gut um die Gemeindefinanzen

UNTERÄGERI ⋅ Die Rechnung schliesst mit einem Jahresgewinn von 5,6 Millionen Franken. Damit wurden die Erwartungen übertroffen. Zum zweiten Mal in Folge kann die Gemeinde von einem Sondereffekt profitieren.
20. April 2017, 08:16

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

«Die Finanzen der Einwohnergemeinde sind auf Kurs», heisst es in der Medienmitteilung der Gemeinde Unterägeri zur Jahresrechnung 2016. Tatsächlich können sich die Zahlen sehen lassen: Bei einem Ertrag von 50,8 Millionen Franken und einem Aufwand von 45,2 Millionen schliesst die Rechnung mit einem Plus von 5,6 Millionen Franken. Budgetiert für das Jahr 2016 wurde ein knappes Minus von 0,1 Millionen. «Das ist sehr zufriedenstellend», sagt Gemeindepräsident Josef Ribary (FDP) denn auch, ergänzt aber sogleich: «Euphorisch werden wir deshalb aber nicht.» Die Gemeinde habe von Spezialeffekten profitieren können. Dazu gehören Nachzüge der Steuern ­natürlicher Personen und Ver­mögenssteuern für eine Budgetüberschreitung von 1,5 Millionen Franken. Den gleichen Mehrertrag ergaben die Quellensteuern und die Erbschafts- und Schenkungssteuern gemeinsam.

Bei den juristischen Personen sind die Steuererträge um rund 1 Million Franken höher als budgetiert. Das sei auf einen einmaligen Sondereffekt zurückzuführen, heisst es in der Mitteilung. «Es handelt sich dabei nicht um eine grosse Firma, sondern um verschiedene KMU», erklärt Ribary. «Den Unternehmen geht es gut, das freut uns natürlich auch.» Damit ist der Steuerertrag mit 20,3 Millionen Franken fast 4 Millionen höher als vorgesehen. Unter den Vorjahresergebnissen hingegen liegen die Erträge aus den Grundstückgewinnsteuern. «Das alles sind Faktoren, die wir nicht beeinflussen können und die daher schwer voraussehbar sind», sagt Ribary.

Investitionen verschieben sich zeitlich

Auf der anderen Seite liegen die Ausgaben deutlich unter dem Budget. Das ist auf eine zeitliche Verzögerung im Investitionsbereich zurückzuführen, was gleichzeitig weniger Abschreibungen in der Höhe von 0,9 Millionen Franken bedeutet. Die Investitionen fallen nun im laufenden Jahr an. Im Budget 2017 sind tiefe Nettoinvestitionen vor rund 2 Millionen eingeplant. Aufgrund des ­guten Ergebnisses der Jahresrechnung 2016 können die Mehraufwendungen verkraftet werden, so der Gemeindepräsident. An der kommenden Gemeindeversammlung beantragt der Gemeinderat deshalb, aus dem Gewinn 4,8 Millionen Franken für zusätzliche Abschreibungen und 0,8 Millionen als Einlage in den Steuerausgleichsfonds zu verwenden. Eine Steuererhöhung sei derzeit kein Thema, so Josef Ribary.

Grosse Investitionsprojekte stehen nicht an. «Der Werk- und Ökihof ist abgeschlossen, und das Ägeribad ist mitten im Bau, momentan geht es vor allem um den Werterhalt der Infrastruktur», sagt Ribary. Es sind eher ruhigere Zeiten für die Gemeinde, denn auch ein grösseres Wachstum der Bevölkerung ist nicht in Sicht. «Seit über 30 Jahren wächst die Gemeinde jährlich um 0,7 bis 1 Prozent. Das wird wohl so bleiben.» Unterägeri sei gut aufgestellt: «Wir haben eine gute Mittelschicht und damit gute Steuerzahler. Ein Klumpenrisiko gibt es bei uns nicht.»

Weniger Abhängigkeit vom Finanzausgleich

Trotz des guten Rechnungsergebnisses macht man sich Gedanken über die finanzielle Zukunft. «Die Gemeinde steht vor weiteren Herausforderungen, deshalb wurde die ‹Arbeitsgruppe Optimierungsprojekt 2018› eingesetzt», erklärt Josef Ribary. Dabei geht es darum, die Ausgaben und Einnahmen der Verwaltung zu hinterfragen. «Jede Abteilung kontrolliert Position um Position und schaut, wo gespart werden kann.» Das Ziel sei es, rund 2 Millionen Franken pro Jahr zu sparen. Unterägeri ist auf die jährlich rund 15 Millionen Franken aus dem Zuger Finanzausgleich angewiesen. «Wir wollen ein Zeichen setzen und diese Abhängigkeit verringern und den Beitrag reduzieren», hofft Ribary.


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