Für Hausärzte wirds komplizierter

ZULASSUNGEN ⋅ An Ärzte, die im Kanton Zug zugelassen werden wollen, werden hohe Anforderungen gestellt. Das finden nicht alle Mediziner in jedem Fall sinnvoll.

17. März 2017, 05:00

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

Die neue Beschränkung bei der Zulassung von Ärzten im Kanton Zug kommt bei den Hausärzten nicht nur gut an. Zumindest nicht beim Verein zu:care – die Zuger Hausärzte. Präsident Jacques Stäger befürchtet erschwerte Bedingungen für Hausärzte, die ihre Praxis weitergeben wollen – er schätzt, dass dies in den nächsten 5 Jahren 20 Prozent aller Hausarztpraxen im Kanton betrifft.

Seit Anfang Woche werden nur noch Ärzte zugelassen, die mindestens während dreier Jahre an einer schweizerischen Weiterbildungsstätte tätig waren (Ausgabe vom Dienstag). Die Zulassungsbeschränkung stützt sich laut Auskunft der Gesundheitsdirektion auf die bundesrechtliche «Verordnung über die Einschränkung der Zulassung von Leistungserbringern zur Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung» sowie die kantonale Verordnung über «die Zulassung von Ärztinnen und Ärzten zur Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung».

Zum einen sei es zwar sicher gut für die Qualität, wenn ein Hausarzt seine Praxis nicht überstürzt irgendeinem im Ausland ausgebildeten Arzt übergeben kann, erklärt Jacques Stäger. Gerade für solche Übernahmen gebe es aber viele gut ausgebildete deutsche Kollegen, die eigentlich gerne kommen würden. «Mit den neuen Auflagen wollen sie dies aber nicht mehr», sagt Stäger. Er spricht damit die drei Jahre an, die sie davor noch in einer als Weiterbildungsstätte anerkannten Klinik oder Spital arbeiten müssten.

Neue Auflagen erschweren die Nachfolgersuche

Für solche Fälle gebe es Ausnahmen, entgegnet Gesundheitsdirektor Martin Pfister. «Wir können Ausnahmen bewilligen, wenn es in einem Gebiet zu wenig Hausärzte gibt.» Und falls die Gesundheitsdirektion in einem Fachbereich, wie jenem der Hausärzte, eine Unterversorgung feststelle, könne die Nachfolgeregelung frei bestimmt werden.

Ob eine Unterversorgung vorliegt, wird mit Zahlen des Bundes ausgewertet. «Wir orientieren uns bei der Beurteilung an der Versorgungsdichte der Region Zentralschweiz», erklärt Pfister. «Bei Bedarf (z. B. der einzige Hausarzt in einem Gebiet geht in den Ruhestand) kann jedoch jederzeit im Einzelfall eine Ausnahmebewilligung für Ärzte mit entsprechenden Kompetenzen in Hausarztmedizin ausgestellt werden. Wenn hingegen die Versorgung der Bevölkerung mit dem schon bestehendem Angebot an Hausärzten genügend sichergestellt ist, kann nur ein Arzt mit einer Schweizer Ausbildung die Praxisnachfolge übernehmen, wie Pfister weiter ausführt. «In diesem Fall wird wohl die Nachfolgeregelung erschwert – jedoch nicht zu Lasten der Bevölkerung.»


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