«Hier stimmt einfach alles»

ZUG ⋅ Am Contiball in der Chollerhalle war alles auf das Motto Irland ausgerichtet – einige Besucher zeigen das perfekte Kostüm dazu.

03. Februar 2014, 06:50

Ein überdimensionales Guinness-Glas als Raumdekoration, an der Bar gibt es Irish Coffee, und die Kafi-Stube heisst plötzlich nur noch Pub. Es bräuchte nicht mal mehr die grünen Kobolde, um das Motto des diesjährigen Contiballs, «Kiss me, I am Irish», erahnen zu können. Am Samstagabend lud die Zuger Guggenmusik Los Contineros zu ihrem alljährlichen Ball. In der Chollerhalle wimmelte es nur so von kreativen Kostümen, denn ob als Gruppe oder jeder für sich: Für den grossen Fasnachtsanlass haben manche der jungen Erwachsenen ganz tief in die Ideenkiste gegriffen. Der Ballgast Nino Paganini steckt stolz und zufrieden in einem Nasa-Weltraumanzug, sein Statement zum Fasnachtsanlass fällt deswegen kurz und eindeutig aus: «Jeder Tag, an dem ich einen Raumanzug tragen kann, ist ein guter Tag», so Nino.

Am Contiball in der Chollerhalle in Zug war alles auf das Motto Irland ausgerichtet. Einige Besucher zeigen das perfekte Kostüm dazu.

Ivo Hunziker aus Baar geht dagegen als Matrose, auch wenn sein Kostüm nicht ganz vollständig ist: «Das ist auch der erste Fasnachtsanlass, den ich seit fast drei Jahren besuche», gesteht Ivo. «Meine Freude haben mich dazu überredet, mitzukommen.» Auch wenn er selber nicht der allergrösste Fasnachtsfan ist, schätz Ivo einen Aspekt daran am meisten: «Man kann einfach seiner Fantasie freien Lauf lassen.»

Pascal Amrein dagegen ist ein begeisterter Fasnächtler. Der Contiball steht deswegen auf seinem jährlichen Pflichtprogramm: «Hier stimmt einfach alles, es hat Klasse-Guggen, geniale Stimmung und gute Leute.» Pascal geht in diesem Jahr eigentlich als Inuit, seinem Kostüm hat er einen nicht ganz stimmigen hawaiianischen Blumenkranz angefügt: «Das ist mein Statement zum Klimawandel», erklärt er lachend. Fasnachtsbälle zieht der Baarer normalen Partys generell vor: «Hier geht es immer viel friedlicher zu und her. Die Leute kommen, um fröhlich zu sein und gemeinsam Spass zu haben, und nicht, um Streit zu suchen.» Auch Pascals Schwester Carmen kann dem nur zustimmen: «Fasnacht ist eben eine Sache der Gruppenmentalität.»

Ein typischer irischer Kobold

Auch wenn es am Contiball von wilden Tieren über kosmische Wesen bis hin zu Crashtest-Dummys so ziemlich jede Verkleidung zu sichten gibt, haben sich einige Besucher das Motto «Kiss me, I am Irish» doch mehr zu Herzen genommen als andere.

Einer von ihnen ist Michael Trinkler, der mit rotem Bart, grünem Anzug und Hut einen klassischen irischen Kobold markiert. Das Kostüm hat sich Michael extra für den Ball angeschafft: «Für die Fasnacht gebe ich gerne auch mal etwas Geld aus, das ist eine gute Investition.» Die Faszination der Fasnacht sieht auch Michael in dem Spiel mit den falschen Identitäten: «Hier kann man seine Kreativität ausleben und für einmal sein, was auch immer man gerade möchte.»

Acht Guggenmusiken und das SwissDJTeam heizen an diesem Abend den Gästen in der Chollerhalle ein. Den Fasnachtsball für einmal voll und ganz geniessen und nicht an irgendwelche Einsätze oder Rhythmen denken zu müssen, freut natürlich auch die Gastgeber: «Es ist schön, einmal auf der anderen Seite stehen zu können und das Musizieren den Gastguggen zu überlassen», sagt Remo Eiholzer, Präsident der Contineros. «Wenn man sich hier umschaut und sieht, wie die Leute Spass haben, dann fühlt man sich auch als Gastgeber bestätigt, etwas richtig gemacht zu haben.»


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