Jetzt steigt der Puls wieder an

EVZ FANPORTRAITS ⋅ Der EVZ kann weiter vom Meistertitel träumen. Die Fanartikel sind hoch im Kurs.
13. April 2017, 05:00

Marco Morosoli
marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Heute Abend wird auf dem Arena-Platz vor der Bossard-Arena im Westen der Stadt Zug wieder viel los sein. Der EV Zug empfängt den SC Bern zum vierten Playoff-Finalspiel (20.15 Uhr, SRF 2). Nach dem knappen Zuger Sieg am Dienstag in Bern sind die Zuger wieder im Geschäft. Die EVZ-Heimstätte ist praktisch ausverkauft. Es gibt an der Abendkasse (ab 17.45 Uhr) nur noch einige Tickets zu kaufen. Wie viele es sein werden, kann Marisa Hürlimann von der EVZ-Medienstelle nicht sagen. 

Wer nicht live in der Arena dabei sein kann, muss aber nicht zu Hause Däumchen drehen. Er kann vielmehr ein paar Meter von der Eisfläche entfernt den Match mit Gleichgesinnten auf einer Grossleinwand verfolgen. Das EVZ-Public-Viewing, das es seit dem zweiten Playoff-Finalspiel gibt, ist heute wieder ab 17 Uhr geöffnet. Wie schon bei der Premiere am vergangenen Samstag sorgt eine Liveband vor dem Matchbeginn für gute Stimmung. Heute Abend wird dies die Rock-’n’-Roll-Band «The Vincenzos» sein. Beim dritten EVZ-Auftritt in Bern am Karsamstag (15. April) wird dann das EVZ-Public-Viewing den Festbetrieb um 18 Uhr starten.

Das EVZ-Finalsortiment ist wieder komplett zu haben

Mit dem Playoff-Fieber steigt auch der Bedarf an EVZ-Fanartikeln. Viele Besucher streifen sich ein EVZ-T-Shirt über oder geben mit anderen Utensilien zu erkennen, welchem Team ihre Sympathien gehören. Wie Jürg Schawalder von Conte Sports in Rickenbach (TG), welche den EVZ-Fan-Shop managt, sagt, ist rechtzeitig zum vierten Spiel das EVZ-Finalsortiment wieder verfügbar. Doch diese Artikel sind sehr begehrt und deshalb meist schnell ausverkauft. Zu haben sind auch wieder Retro-Shirts mit dem EVZ-Logo von 1987.

Heinz Schmid, 50, Vicosoprano,Präsident des EVZ Fanclubs Bündnerland

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| Heinz Schmid

Ich bin seit der Saison 1989/1990 Fan des EVZ. Nach dem Abstieg des EHC Arosa war ich auf «der Suche» nach einem neuen Verein in der NLA und bin so in Zug gelandet. Ich versuche oft, die EVZ-Spiele zu besuchen. Die Zahl variiert von Saison zu Saison, da ich unregelmässig arbeite. Auch ist der Anfahrtsweg sehr lange, da ich im Bergell wohne und mehr als drei Stunden in einer Richtung fahren muss. Manchmal sind es 20 Spiele pro Saison, manchmal aber auch weniger. Die Anreisen an die Spiele sind vor allem bei Schnee mit schlechten Strassenverhältnissen oft verrückt. Meine Liebe zum EVZ hat höchstens zur Folge, dass der Schlaf manchmal etwas zu kurz kommt. Das Highlight für mich als Fan war ganz eindeutig der Meistertitel 1998 – dass das in Davos war, machte es zusätzlich speziell. Mein Lieblingsspieler war der Verteidiger Patrick Fischer II, der 2014 seine Karriere beendete. Der Final zwischen Zug und Bern verlief bis jetzt spannend. Ich hoffe immer noch auf ein 4:3 für den EVZ – befürchte aber leider anderes. (nro)

Michael Ruppli, 42, Manchester, Sachbearbeiter an einer Universität

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Mein Bruder war der erste EVZ-Fan in der Familie und hat uns alle angesteckt. Es müsste die Saison 1993/94 gewesen sein, als ich dann zum Fan wurde. Leider habe ich so gut wie gar nicht mehr die Zeit, die Spiele zu besuchen, da ich in Manchester (GB) wohne. Im letzten November hatte ich zum ersten Mal seit langem wieder einmal ein EVZ-Spiel gesehen. Sobald ich im Stadion bin, ist es allerdings so, als ob ich nie weg gewesen wäre. Es ist wie ein Heimkommen. Rituale habe ich bei den Spielen keine – dafür bin ich nicht abergläubisch genug. Die verrückteste Reise, die ich je unternommen habe, war sicher diejenige nach Davos, als Zug 1998 Meister geworden ist. Die Dose mit der extra hergestellten Limonade habe ich immer noch. Nach dem Spiel habe ich das Eis geküsst, das war wunderbar. Vielleicht bin ich doch ein wenig abergläubisch. Mein EVZ-Lieblingsspieler war Dino Kessler, der mit Zug Meister wurde. Zur aktuellen Serie gegen den SC Bern sage ich, dass es schwierig wird, doch Zug wird das Ding schon noch drehen. (nro) 

José Alexandre, 48, Insel Madeira, Masseur

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Ich habe durch meinen Bruder und meinen Vater vor 38 Jahren den EVZ-Virus eingefangen. Neun Jahre war ich im Vorstand des EVZ-Fanclubs, bei dem mein Bruder immer noch Präsident ist. Als ich noch in der Schweiz lebte, waren meine Frau und unser Sohn bei den Heimspielen immer mit dabei. Bei den Spielen gehören eine Wurst und das Begrüssen aller meiner EVZ-Freunde dazu. Mein schönstes Erlebnis mit dem EVZ war der Meistertitel, den ich live miterlebte. Das war der Hammer. Emotional waren auch die Aufstiege in die NLB und in die NLA. Mein momentaner Lieblingsspieler ist Rafi Diaz. Ich kenne ihn persönlich von einem Turnier der U16-Nati in Tilburg (NL). Ich sagte zu ihm: «Wenn du deinen normalen Weg gehst, wirst du ein Grosser – ach, wäre ich doch Scout geworden.» Ich versuche, alle ein bis zwei Jahre für ein paar Spiele in die Schweiz zu fliegen. Ich bin auch jetzt wieder da, um Finalhockey zu sehen – die lange Reise von Madeira nach Zug ist schon verrückt. Ich bin zuversichtlich. Der EVZ wird in sieben Spielen Meister. (nro)


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