Kim Kardashians Kleid mit Zuger Touch

MODE ⋅ Die Zürcher Designerin Julia Seemann und der Zuger Künstler Ramon Hungerbühler haben für ein Projekt zusammengespannt: Jetzt trägt eine Prominente eine der Kreationen.
21. April 2017, 05:00

Monika Wegmann

redaktion@zugerzeitung.ch

Wie kommt ein junger, abstrakt malender Künstler dazu, sich mit Frauenkleidern zu beschäftigen und eine ganze Kollektion mitzugestalten? «Das war ein spezielles Projekt, aber mega spannend», sagt Ramon Hungerbühler am Telefon, da er gegenwärtig, dank eines Stipendiums der Stadt Zug, noch bis Ende Mai in einem Künstleratelier in Genua arbeitet.

Dass nun die amerikanische Promifrau und Model Kim Kardashian, bekannt aus US-Reality-Shows und als Frau des US-Musikers Kanye West, ein Stück der diesjährigen Sommerkollektion der Zürcher Designerin Julia Seemann (26) trägt, macht auch den Zuger Künstler Ramon Hungerbühler (27) stolz. Denn er hat an diesen Kreationen des jungen Labels mitgewirkt. «Ich kenne Julia Seemann schon lange, unsere Interessen in Kunst und Design sind ziemlich ähnlich. Vor eineinhalb Jahren kam uns die Idee, gemeinsam ein Projekt zu realisieren.» Sie entschieden sich, eine Kollektion von 13 Frauenkleidern für besondere Anlässe zu planen. Bei den Entwürfen kamen so zwei Ebenen zusammen: Die Schnitte und Entscheide für die Materialien stammen von Julia Seemann, von Ramon Hungerbühler dagegen ist das Printkonzept. Die Motive und Farben entsprechen seiner künstlerischen Sprache. «Auf dem Natel habe ich abstrakte, expressive Linien und Striche gezeichnet. Dank einer speziellen App kann ich auf dem iPhone direkt mit dem Finger agieren», erklärt der Zuger.

Ein Entwurf passte der Promifrau

Die Anfrage von Kim Kardashians Stylist ist ungefähr Anfang Februar bei den beiden eingetroffen. Man habe daraufhin mehrere Entwürfe hin und her geschickt. Einer habe dann gepasst, sodass die Kardashian jetzt sogar eine ausgefallene Kreation aus der Schweiz trägt. «Kim Kardashian. Das ist schlicht absurd», wundert sich Ramon Hungerbühler. «Für mich ist das ein neuer Bereich, aber ein spannender Weg, um mit meiner Kunst auch andere Leute zu erreichen.»

Dabei sei es gar nicht einfach gewesen, die Kollektion überhaupt zu realisieren. «Es war ziemlich schwierig, über Stiftungen und die öffentliche Hand das Geld – rund 100 000 Franken waren nötig – für das einmalige Projekt aufzutreiben.» Für den Zuger ist das Projekt eine Herausforderung gewesen, und es ist derzeit noch offen, ob es eine weitere Zusammenarbeit geben wird. Dem 27-Jährigen ist jedoch der Austausch mit anderen Kollegen und Sparten wichtig. «Diese Erfahrung hat neue Aspekte für meine Arbeit ausgelöst», ist sich Ramon Hungerbühler sicher.

Bis Ende Mai arbeitet der Zuger Künstler noch in seinem Atelier in Genua an einem Buchprojekt. Anschliessend kann er dann dank eines Stipendiums der Stadt Zürich sechs Monate in Paris verbringen. Und voller Motivation sagt er: «Dort werde ich mich wieder intensiv der Malerei widmen.»


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