Museum zeigt Gold- und Silberschmuck

ZUG ⋅ Das Museum Burg Zug zeigt ab kommendem Sonntag bis zum 27. September historische und zeitgenössische Werke von Gold- und Silberschmieden aus der Region. «Die opulente Schau» umfasst rund 300 Exemplare.
25. März 2015, 15:03

Die ältesten Werke von Zuger Goldschmieden sind laut Mitteilung in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nachgewiesen - der erste Zuger Goldschmied dagegen sei bereits Ende des 15. Jahrhunderts belegt. Von Prozessionsfiguren über Tischgeschirr bis hin zu Körperschmuck ist eine breite Palette von Werken erhalten.

In den katholischen Gebieten der Eidgenossenschaft galten einst Zug und Freiburg als Hochburgen der Goldschmiedekunst. Die gesellschaftlichen Umbrüche von 1798 setzten dem Handwerk ein jähes Ende. Erst ab den 1950-er Jahren bekam es neuen Schwung. Heute arbeiten rund dreissig Gold- und Silberschmiedinnen und -schmiede in und um Zug.

Die Ausstellung «Zug ist Schmuck. 400 Jahre Gold und Silber aus Zuger Werkstätten» zeigt rund 300 Exponate. Darüber hinaus bietet sie Erklärungen und ermöglicht Einblicke in das Kunsthandwerk.

Im Museum wird etwa eine Goldschmiedewerkstatt aufgebaut, an einem Tag der offenen Ateliers können mehrere Goldschmiede-Ateliers besucht werden, an der Kunstaktion «Die Schmelzer» wird nicht mehr gebrauchter Schmuck eingeschmolzen und es erscheinen zwei Publikationen zum Thema.

  • Marienkrone, um 1740, Johann Martin 
Wetzstein, Privatbesitz.
Die Krone ist mit bunten Glassteinen besetzt, welche ihren Wert und ihre Kostbarkeit steigern. Von dieser Krone gibt es ein vergleichbares Stück im Schweizerischen Nationalmuseum. (© PD)
  • Der gerettete Bruder Klaus
Im Jahr 1798 schickte das Stift Beromünster die Figur als Teil der zu entrichtenden «Kriegssteuer» an die Franzosen nach Luzern. Dort tauschten die Chorherren des Stifts St. Leodegar die als steuerliche Abgabe vorgesehene Plastik gegen eine andere aus und bewahrten sie so vor dem Schmelztiegel.

Bruder­Klaus­Figur, 1772, Fidel Brandenberg (© PD)
  • Monstranz, von Paul Stillhardt, Silber vergoldet und Bergkristall, 1966, Klosterbesitz.
Mit seinen klaren Formen reduzierte Paul Stillhardt das einst üppig ausgestatte barocke Kirchensilber auf die eigentliche Funktion: dem Präsentieren der Hostie. (© PD)

Das Museum Burg Zug zeigt ab kommendem Sonntag bis zum 27. September historische und zeitgenössische Werke von Gold- und Silberschmieden aus der Region. «Die opulente Schau» umfasst rund 300 Exemplare.

Die Attraktionen der Ausstellung

  • Den Besuchern wird eine Auswahl an zeitgenössischem Schmuck namhafter Zuger Goldschmiedekünstler präsentiert
  • In der Ausstellung wird eine Goldschmiedewerkstatt aufgebaut. An bestimmten Sonntagen geben verschiedene Goldschmiede Einblick in ihre Arbeit und die die Besucherinnen und Besucher erleben das Gold- und Silberschmiedehandwerk hautnah mit.
  • Am Tag der offenen Ateliers vom 9. Mai können mehrere Goldschmiedeateliers in Zug und Baar besucht werden. Auch in der Burg und im Burggraben werden das Gold- und Silberschmiedehandwerk gezeigt.
  • Gross und Klein erleben bei der Kunstaktion «Die Schmelzer» am 13. September, wie nicht mehr gebrauchte Schmuckstücke eingeschmolzen und in ein Kunstwerk verwandelt werden.
  • Zur Ausstellung erscheinen zwei Publikationen: «Zug ist Schmuck. 400 Jahre Gold und Silber aus Zuger Werkstätten» und «Zuger Goldschmiedekunst 1480-1850».
  • Zur Ausstellung gibt es einen Ausstellungsführer auf Englisch.
Hinweis: Weitere Infos auf www.burgzug.ch Eintritt kostet 10 Franken.

sda/rem


Leserkommentare

Anzeige: