Neue Software beendet Zuger IT-Debakel

INFORMATIK ⋅ Der Kanton und die elf Einwohnergemeinden erhalten eine neue Standard-Software für die Einwohnerkontrolle. Damit bedient man sich von der Stange, nachdem für eine eigene Entwicklung 2,8 Millionen in den Sand gesetzt worden waren.

06. März 2015, 11:37

Der Regierungsrat hat den Auftrag für das Projekt "Neues Einwohnerregister Zug" (NERZ) der Zürcher IT-Firma OBT AG vergeben, wie er am Freitag mitteilte. Die neue Software war im Oktober des vergangenen Jahres öffentlich ausgeschrieben worden. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 2,7 Millionen Franken. Darin enthalten sind auch Wartungs- und Supportkosten für fünf Jahre.

Die OBT AG habe ein Angebot eingereicht, das die Erwartungen in wirtschaftlicher, technischer und betrieblicher Hinsicht "in umfassender Weise" erfülle, schreibt der Regierungsrat. Die Firma habe mehrere vergleichbare Projekte und Datenimmigrationen für Einwohnerkontrollen erfolgreich durchgeführt und abgeschlossen.

Übungsabbruch und hohe Wellen

Damit findet ein IT-Debakel sein Ende: Vor zwei Jahren hatte das Vorgängerprojekt Schiffbruch erlitten. Sieben Jahre lang arbeitete man mit IBM zusammen an einer Software für Einwohnerkontrollen. Ende Januar 2013 gab die Zuger Regierung den Abbruch der Übung bekannt. 2,8 Millionen Franken waren bereits ausgegeben, es drohten weitere Kosten.

Ziel dieser Eigenentwicklung war gewesen, eine Software zu schaffen, die auch in anderen Schweizer Gemeinden hätte eingesetzt werden können – eine Standardlösung für die Weitervermarktung. Schlussendlich hat der Ausstieg der Firma, die für den Vertrieb zuständig gewesen wäre, diese Pläne zunichte gemacht.

Der Entwicklungsstopp führte zu mehreren Vorstössen im Zuger Kantonsrat und schliesslich zur Bildung einer parlamentarischen Kommission, welche die Hintergründe des Scheiterns untersuchte und Empfehlungen ableitete.

(sda/cv)


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