Restaurant «Baarcity» eröffnet neu

BAAR ⋅ Am Samstag eröffnet das Restaurant im «Baarcity»-Hochhaus neu. Geschäftsführer Andrea Rosi ist in der Gemeinde kein Unbekannter. Er bietet italienische Küche – und strebt keine Gault-Millau-Punkte an.

27. September 2016, 05:00

Lange Zeit war es ruhig um das Restaurant in luftiger Höhe mitten im Baarer Zentrum. Weil der Umsatz nicht stimmte, hatte Inhaber Günter Zobel im März entschieden, das «Baarcity» zu schliessen und nach den Sommerferien mit einem neuen Konzept zu starten. Nach einer Pause von sechs Monaten ist inzwischen bekannt, wer im Restaurant das Zepter übernehmen wird.

Der neue Chef in der obersten Hochhaus-Etage ist in Baar kein Unbekannter. «Nach intensiver Suche» habe sich Günter Zobel entschieden, die Führung Andrea Rosi zu übergeben, heisst es auf der Internetseite des Restaurants. Rosi hatte letztes Jahr das «La Dolce Vita» am Büelplatz geleitet und dort auch als Küchenchef die Kochlöffel geschwungen.

Pizzen auch zum Mitnehmen

Im «Baarcity»-Hochhaus will er sein Konzept unter dem gleichen Namen weiterführen. Am kommenden Samstag wird das Restaurant in 41 Metern Höhe neu eröffnet. Um 17 Uhr offerieren Rosi und sein Team einen Apéro für die Bevölkerung. «Herr Rosi war auf der Suche nach einem neuen Lokal und hat sich mit uns in Verbindung gesetzt», erklärt Claudia Rosamina, Sprecherin der Eigentümerschaft, auf Anfrage. Der definitive Entscheid, Rosi als Geschäftsführer und Chefkoch einzustellen, fiel vor rund zwei Monaten. «Das Konzept hat uns überzeugt. Das ‹La Dolce Vita› war bei der Baarer Bevölkerung sehr beliebt», sagt Rosamina. Wie es der Name schon sagt, bietet der Gastronom aus der Toskana italienische Küche an. Fisch- und Fleischgerichte, hausgemachte Pasta und Pizzen stehen auf der Menükarte. «Eine Spezialität von Andrea Rosi ist auch seine selbst gemachte Patisserie», verrät Rosamina. Die Preise bewegen sich im gleichen Rahmen wie in Rosis altem Restaurant – das heisst im mittleren Segment. «Eine Pizza Margherita kostet 16,50 Franken, jene mit Trüffel 29,50.» Die Pizzen kann man auch zum Mitnehmen bestellen. Auf der Karte werden die Gäste auch Mittagsmenüs – jeweils drei an der Zahl – finden. Geöffnet ist das Restaurant werktags von 9 bis 22 Uhr durchgehend und samstags von 17 bis 23 Uhr. Am Sonntag bleibt das «La Dolce Vita», es bietet Platz für rund 80 Gäste, geschlossen. Für die Abende am Wochenende ist musikalische Unterhaltung durch einen Pianisten in Planung, wie Rosamina sagt. Im November wird der neue Wirt auch die bisherige Bar neu eröffnen. Diese wird zu einer Enoteca umgestaltet, in der Wein und Antipasti serviert werden. Geöffnet ist sie jeweils von 17 bis 24 Uhr. Bis im Frühjahr soll auch die Dachterrasse in italienischem Stil neu eingerichtet werden.

Mit dem «Baarcity» hatte Eigentümer Zobel bislang wenig Glück. Trotz eines Wechsels der Leitung nach etwas mehr als einem Betriebsjahr war das Geschäft defizitär. Was macht man, damit die Gäste nicht wieder ausbleiben? «Wir wollen ein vielfältiges Publikum ansprechen», sagt Claudia Rosamina. «Es wird ein lieblich eingerichtetes mediterranes Restaurant, in dem Familien mit Kindern gleichermassen willkommen sind wie Geschäftsleute.» Neben Hochzeitsgesellschaften und Banketten seien auch Gäste willkommen, die zum Beispiel einfach nur Jassen möchten. Gault-Millau-Punkte oder Guide-Michelin-Sterne sind laut Rosamina kein Thema mehr.

«Vernünftige Preise»

Ein Restaurant für alle Baarerinnen und Baarer – genau dies hatte sich die Alternative – die Grünen gewünscht, als die Partei im April eine Interpellation mit kritischen Fragen zum «Baarcity» einreichte. Als Gourmettempel für wenige sei das Lokal nicht gedacht, bemängelte die Ortspartei. Entsprechend erfreut war Präsidentin Anna Lustenberger, als sie vom neuen Wirt erfahren hat. «Die Küche im ‹La Dolce Vita› war sehr gut und die Preise bewegten sich für Zuger Verhältnisse in vernünftigem Rahmen», sagt sie. Sie sehe deshalb gute Erfolgschancen für das Konzept von Andrea Rosi. Lustenberger: «Ob es nun mit unserer Interpellation zusammenhängt oder nicht: Es freut mich, dass ein Umdenken stattgefunden hat.»

Rahel Hug


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