Sanieren oder Einebnen – etwas anderes geht kaum

ZUG ⋅ Stadt- und Grosser Gemeinderat sind nicht zu beneiden. Egal, wie sie bezüglich des weiteren Verfahrens zur Grundwasserwanne an der General-Guisan-Strasse entscheiden, eines steht fest: Es wird teuer.

15. März 2017, 07:43

Für den Zuger Stadtrat ist klar: Es führt kein Weg an einer Sanierung oder Einebnung der Grundwasserwanne an der General-Guisan-Strasse vorbei. Gemäss der stadträtlichen Antwort auf eine Interpellation der CVP-Fraktion im Grossen Gemeinderat (GGR) stellt sich nur die Frage, welche Variante man wählt: die teure Totalsanierung mit Festhalten an und der Verlängerung der Wanne in Richtung Zug und Cham, was die Stadt rund 4,7 Millionen Franken kosten dürfte. Oder die Auffüllung der Wanne inklusive Verlegung der Tiefgaragenzufahrt Schutzengel für Kosten von total rund 3,6 Millionen Franken. Dass an diesem Abschnitt der General-Guisan-Strasse endlich etwas gemacht werden müsse, ist im Stadtrat unbestritten. Die aktuelle Strasse ist vom Kreisel beim kantonalen Verwaltungszentrum bis zum Hochhaus Uptown als Grundwasserwanne angelegt worden. Dies in den Jahren 1959 und 1960. Und seither kostet die Instandhaltung Jahr für Jahr immer mehr.

Die Strasse weise grobe Mängel auf. In jeglicher Hinsicht. In den Jahren 2008 bis 2015 flossen so insgesamt rund 220 000 Franken in den Unterhalt und in verschiedene Reparaturen. 2016 führte der Werkhof die dringendsten Arbeiten aus, weil mit Blick auf eine allfällige Auffüllung nichts investiert wurde, so der Stadtrat. In diesem Jahr allerdings müssten wieder aufwen­dige Unterhaltsarbeiten vorgenommen werden.

Längere Bauzeit, aber deutlich geringere Kosten

Gemäss Interpellationsantwort des Stadtrats scheint klar, grö­bere Investitionen ins aktuelle Flickwerk will er nicht vornehmen – ebenso wenig wie eine Sanierung, bei der an der Grundwasserwanne festgehalten wird. Der Stadtrat tendiert zur Auffüllung der Wanne. Zum einen, weil mit 3,6 Millionen Franken ein Einebnen gut eine Million Franken billiger wäre, als die Variante Sanierung der Grundwasserwanne, die rund 4,7 Millionen Franken kosten würde. Zum anderen, weil eine Einebnung den gesamten Strassenabschnitt vom Bahnhof bis zur Letzistrasse aufwerten würde. Es entstünden eine durchgehende Baumallee, ein Fussgängerübergang mit Insel und ein Strassenverlauf auf durchgehend gleichem Niveau. Was wiederum den Vorteil habe, dass die Hochwassergefahr entfalle – und damit auch die Unterhaltskosten für Wanne und Wasserpumpen. Zudem seien in den Gesamtkosten auch 1,1 Millionen Franken für die Verlegung der Tiefgarageneinfahrt Schutzengel eingerechnet. An den Kosten der Verlegung allerdings beteiligen sich die Grundeigentümer nicht, weil die Stadt bei Erteilung der Baubewilligung keine Kosten­beteiligung vorgesehen hatte und die aktuelle Situation dem heute gültigen Bebauungsplan entspreche. Die geplanten Arbeiten sind mit rund zehn Monaten veranschlagt. Dies wären rund zwei Monate mehr als beim teureren Projekt.

Gebundene Ausgabe, weil kaum Spielraum

Es handelt sich – egal, welches Projekt vom GGR dereinst beschlossen wird – um eine gebundene Ausgabe der Stadt. Gebunden, weil durch den schlechten Zustand der Strasse dringender Handlungsbedarf besteht, die Strasse eine Gemeindestrasse von Wichtigkeit ist und hinsichtlich der Notwendigkeit der Sanierung kein erheblicher Entscheidungsspielraum besteht. Ausserdem wird die Kapazität der Strasse nicht erhöht, es liegt also kein Ausbau vor.

Ob einst auf dem Bahndamm entlang der Strasse ein Radweg entstehen kann, dafür sei eine Machbarkeitsstudie vorgesehen. Bislang hat die Stadt Zug für Planungs- und Abklärungsarbeiten, in die neben den Grundeigen­tümern auch die WWZ eingebunden war, rund 150 000 der gesprochenen 200 000 Franken ausgegeben. (haz)

www. Die Antwort des Stadtrats gibt es auf: zugerzeitung.ch/bonus

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