Schulweg soll sicherer werden

ROTKREUZ ⋅ Einbahnstrasse oder Sackgasse: Eine Interessengruppe sammelte Unterschriften, damit sich der Verkehr auf der Waldetenstrasse beruhigt. Die beiden Petitionen sind nun beim Gemeinderat.
21. März 2017, 07:20

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Zwei Petitionen mit insgesamt rund 400 gesammelten Unterschriften: Die Interessengruppe Verkehrsberuhigung Waldeten­strasse macht mobil. Ziel ist es, dass der Abschnitt zwischen der Meierskappeler- und der Küntwilerstrasse weiter beruhigt wird. Es handle sich dabei um einen klassischen Schulweg, heisst es in der Petition 1. In unmittelbarer Nähe befinden sich der Kindergarten Waldegg, die Schulhäuser 1 bis 5 sowie das Oberstufenschulhaus. In der Petition wird verlangt, dass der Verkehr im Bereich Küntwilerstrasse bis zur Kurve im Einbahnverkehr zu führen ist. «Bei Gegenverkehr muss ein Fahrzeug regelmässig auf die trottoirähnliche Verkehrsfläche ausweichen.»

Mit der Petition 2 gehen die Initianten noch einen Schritt weiter: Die Waldetenstrasse soll im Bereich der Kurve mittels geeigneter Blockade für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Ausgenommen davon soll der Langsamverkehr sein. Dadurch würde die Strasse zu einer Sackgasse. Der Zugang zu allen Gebäuden bleibe praktisch unbeschränkt bestehen, heisst es.

2006 wurde für die Walde­tenstrasse Tempo 30 eingeführt. Doch die Quartierstrasse hat sich in den letzten Jahren zu einem Schleichweg entwickelt: «Während des Umbaus der Haupt­strasse im Dorfzentrum wurde die Umleitung über die Waldeten­strasse geführt. Dies wird nun von vielen, auch auswärtigen Automobilisten als Abkürzung genutzt, um die Tempo-20-Zone im Dorf zu umfahren», erklärt Susana Zingg von der IG.

Autofahrer nehmen keine Rücksicht

Die Strasse ist eng, also müssten entgegenkommende Autos auf den für Fussgänger reservierten Bereich ausweichen. «Es besteht nur eine farbliche Trennung des Fussgängerbereichs zur einspurigen Fahrbahn, kein Trottoir.» Immer wieder werde beobachtet, dass die Maximalgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern nicht eingehalten wird. Ausserdem sind den IG-Mitgliedern «rücksichtslose» Ausweichmanöver bei Gegenverkehr aufgefallen. «Nach dem Motto: Das Auto hat Vortritt», sagt Zingg. Sogenannte Mami-Taxis, mit denen Kinder per Auto zur Schule gefahren und wieder abgeholt werden, spielen auf der Strasse hingegen keine Rolle. «Es geht nur um den Durchgangsverkehr.» Die IG hat sich nun mit Anwohnern, Eltern und Politikern organisiert. «Wir haben ein durchwegs positives Feedback erhalten», so Zingg. Die Unterschriftensammlung sei dementsprechend reibungslos verlaufen.

Der Gemeinderat werde die Petitionen im kommenden Mai beantworten, gibt Gemeindeschreiber Ivo Krummenacher auf Anfrage Auskunft. Im Oktober 2015 wurden auf der Strasse Verkehrsmessungen gemacht. Von Montag bis Freitag verkehrten zwischen 985 und 1083 Fahrzeuge pro Tag, am Samstag 905 und am Sonntag 646 Fahrzeuge. Der Höchstwert lag bei 112 Fahrten während der Spitzenstunde zwischen 15 und 18 Uhr. «Die Walde­tenstrasse ist im kommunalen Richtplan als Erschliessungsstrasse klassiert», erklärt Krummenacher. Die maximale Belastung darf 150 Fahrzeuge im Querschnitt betragen. «Die Verkehrsspitzenstunde liegt darunter.» Eine Nachkontrolle der Tempo-30-Zone, die 2008 durchgeführt wurde, habe er­geben, dass die eingeführte Signalisation und die dazugehörigen Massnahmen nötig, zweck- und verhältnismässig seien.


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