Senioren ziehen temporär in Container

MENZINGEN ⋅ Für die Bauzeit von rund zwei Jahren werden die Bewohner des Pflegeheims Luegeten umziehen – in provisorische Container. Der Altbau wird währenddessen abgerissen und neu gebaut.

23. September 2016, 05:00

Die gemeinnützige Luegeten AG will das Pflegeheim Luegeten in Menzingen erneuern. Der Altbau von 1965 soll abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. Der Neubau von 1995 wird auf den neuesten Stand gebracht, dabei sollen die WCs beispielsweise auch Duschen erhalten. Die jetzige Cafeteria, die weniger als 15 Jahre alt ist, soll ebenfalls abgerissen und dann im Neubau integriert werden. Die Kapelle wird ebenfalls abgerissen und verlegt. Unter dem Motto «Luegete unterwegs» müssen die Bewohner des Pflegeheims für zwei Jahre in ein Provisorium ziehen. Die Luegeten AG unter dem Verwaltungsratspräsidenten Jürg Brändli orientierte jetzt die Anwohner und Nachbarn über das Neubauprojekt.

Die Hilfsgesellschaft Menzingen als vorherige Eigentümerin und Trägerin des Zentrums für Pflege und Betreuung hatte das Haus in die Anfang 2015 gegründete gemeinnützige Aktiengesellschaft eingebracht und ist jetzt noch mit 10 Prozent Anteil Minderheitsaktionärin. Hauptaktionärinnen sind die Einwohnergemeinden Menzingen und Neuheim.

Es ist bereits der zweite Vorschlag

Das erste Projekt der Hilfsgesellschaft wurde nicht realisiert. Das jetzige aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangene Siegerprojekt muss jetzt bis Ende 2016 der kantonalen Gesundheitsdirektion eingereicht werden, damit die Kantonsbeiträge noch erhältlich gemacht werden können. Die Kosten für den geplanten Neubau samt dem Provisorium in Form einer Container-Lösung dürften die Summe von 25 Millionen Franken spürbar übersteigen. Der Kanton ist laut geltender Absprache und Gesetzeslage verpflichtet, rund 3 Millionen Franken beizusteuern, die gleiche Summe ist von den übrigen Zuger Gemeinden zu erbringen. Laut Brändli muss die AG die restlichen Mittel auf dem Kapitalmarkt besorgen und setzt dabei auf die derzeit günstige Zinslage.

Altbau, Cafeteria und Kapelle kommen weg

Der Richtung Ochsenwald verlaufende Altbau soll abgebrochen und durch einen winkelförmigen Neubau ersetzt werden. Der ist um vier Meter niedriger als bisher vorgesehen, kommt näher an die Luegetenstrasse und an den Panoramaweg. Die Cafeteria wird in den Neubau integriert. Die Kapelle, neu ohne Aufbahrungsraum, wird verlegt. Die eindrucksvollen Glasgemälde werden in der Neugestaltung einbezogen, aber von hinten beleuchtet, da sie nicht mehr nach aussen platziert werden können.

Die Zahl von 61 Betten wird auch in der neu gestalteten Luegeten beibehalten, aber mit dem niedrigeren Neubau Richtung Osten ergibt sich eine praktischere Betreuung. Die Zimmer werden allen erforderlichen Komfort aufweisen, der heute verlangt wird. Es hat sich gezeigt, dass je länger, je mehr vor allem Einzelzimmer gefragt sind.

Mit den Containern auf dem Gelände des alten bisherigen Werkhofs können die Bewohner und die Mitarbeiter im gleichen Dorf bleiben. Die Einwohnergemeinde Menzingen stellt das Gelände zu Verfügung. Ein Ausweichen des Pflegeheims auf das Institut Menzingen ist wegen mangelnder Rollstuhlgängigkeit nicht möglich, ebenso sind die Container der Kantonsschule Menzingen bereits verkauft und stehen für ein Provisorium nicht zur Verfügung. Vorgesehen ist eine Bauzeit von Anfang 2018 bis ins Frühjahr 2020.

Karl Etterredaktion@zugerzeitung.ch


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