Sika-Führung bekräftigt ihre Haltung

BAAR ⋅ Auch nach dem jüngsten Entscheid der Übernahmekommission (UEK) zur Causa Sika beharren die Streitparteien auf ihren Positionen. Während sich die SWH durch den Entscheid bestätigt fühlt, sieht der Sika-Verwaltungsrat eine wichtige Frage unbeantwortet.

12. März 2015, 13:19

Im Streit um den Verkauf des Aktienpakets der Familienerben und damit der Kontrollmehrheit über den Baustoffkonzern Sika hatte die UEK vergangene Woche festgehalten, dass die sogenannte Opting-Out-Klausel in den Unternehmensstatuten prinzipiell rechtens ist. Die Klausel ermöglicht die Übernahme erst, denn ohne sie könnte der französische Saint-Gobain-Konzern nicht nur die Aktien der Erben kaufen, sondern müsste auch den übrigen Aktionären ein Kaufangebot machen.

In der Stellungnahme zur UEK-Verfügung am Donnerstag hält der Sika-Verwaltungsrat nun fest, dass er die grundsätzliche Gültigkeit der Opting-out-Klausel nie in Frage gestellt habe. Beim geplanten Verkauf bleibe die wichtige Frage einer Angebotspflicht dennoch offen. Der Verwaltungsrat spricht sich deshalb erneut gegen die geplante Transaktion aus.

Seiner Ansicht nach verletzt die Anrufung der Klausel nämlich den von den Familienerben geschaffenen Vertrauenstatbestand. Zudem missachte der Verkauf die in den Statuten zum Schutz der Publikumsaktionäre verankerten Schranken. Der Verwaltungsrat will deshalb auch an der Stimmrechtsbeschränkung auf 5 Prozent festhalten.

Die Schenker Winkler-Holding SWH, welche die Familie Burkart vertritt, sieht dies freilich ganz anders. Laut einem Communiqué am Dienstag sieht sie keinen Grund, warum die Opting-Out-Klausel bei einem Verkauf an Saint-Gobain nicht gültig sein sollte.

Und zur Frage des Stimmrechts hält die SWH fest, dass bis heute keine Aktie der Schenker Winkler Holding die Hand gewechselt habe. Der Sika-VR habe keine Kompetenz, einen im Aktienregister eingetragenen Aktionär im Stimmrecht zu beschränken.

Nachdem inzwischen auch Minderheitsaktionäre bei der UEK vorstellig geworden sind, wird sich die Behörde in geraumer Zeit mit der vom Sika-Verwaltungsrat monierten Verletzung des Vertrauenstatbestands auseinandersetzen müssen. Vorher haben sich aber noch die Zuger Kantonsrichter über den Fall zu beugen. Das Gericht entscheidet darüber, ob die vom Sika-Verwaltungsrat den Familienerben auferlegte Stimmrechtsbeschränkung gültig ist.

sda


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