Steinhausen führt Betreuungsgutscheine ein

ZUG ⋅ In der Gemeinde Steinhausen steht ein Systemwechsel bevor: Das Stimmvolk gab grünes Licht zur Einführung von Betreuungsgutscheinen zur Subventionierung der Kinderbetreuung in Kitas.

27. November 2016, 14:09

1956 Steinhauser stimmten für die Vorlage (64 Prozent), 1071 waren dagegen. Die Stimmbeteiligung lag bei 50 Prozent.

Das System mit den Betreuungsgutscheinen soll gerechter werden. Das heisst, der Betrag wird den Familien direkt ausbezahlt. Voraussetzungen sind neben dem gemeindlichen Wohnsitz auch die Erwerbstätigkeit: mindestens 120 Stellenprozent bei zwei Elternteilen oder 20 Stellenprozent bei Alleinerziehenden. Die Höhe des Gutscheins richtet sich nach dem Einkommen der Familie. Das massgebende Einkommen darf hierfür die Grenze von 80'000 Franken nicht überschreiten. Die Grenze liegt also ohne Abzüge bei einem Einkommen von ungefähr 130'000 Franken.

Die Gemeinde will das neue System nach drei Jahren auswerten und allenfalls gewisse Anpassungen vornehmen. Die Betreuungsgutscheine können grundsätzlich bei jeder Kita im Kanton Zug eingelöst werden. Wenn die Tagesstätte über eine gültige Betriebsbewilligung verfügt, mindestens zur Hälfte mit den Kindern Deutsch spricht, sich an die Lohnempfehlungen des Berufsverbands hält und mit den Vorgaben und Abläufen der Gemeinde Steinhausen einverstanden ist.

Die Gemeinde rechnet mit einem Mehraufwand von 350'000 Franken, die Gesamtaufwendungen würden neu rund 500'000 Franken betragen. Mit der Umstellung übernimmt die Gemeindeverwaltung nämlich die Administration. Sie rechnet mit einem personellen Mehraufwand von 10 bis 20 Stellenprozenten.

Heute besuchen 112 Steinhauser Kinder eine Kita. 15 belegen die sechs subventionierten Plätze der Gemeinde. Die restlichen 97 Kinder haben keinen Zugang zu Subventionen unabhängig der Einkommen ihrer Eltern.

mua/rem


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