Steuereinnahmen schenken ein

RISCH ⋅ Die Gemeinde präsentiert die Rechnung 2016 und weist einen Überschuss von rund 6,2 Millionen Franken aus. Dieser ist für künftige Investitionen wichtig.
19. April 2017, 08:04

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Der Rischer Finanzchef Franz Zoppi (SVP) freut sich: «Wir sind wieder sehr zufrieden mit unserer Rechnung.» Dies hat auch seinen Grund, denn bei einem Ertrag von rund 57 Millionen Franken gegenüber rund 50,8 Millionen Franken Aufwand schreibt die Gemeinde ein Plus von rund 6,2 Millionen Franken. Budgetiert war ein kleiner Überschuss von 25600 Franken.

Das positive Ergebnis resultiert zum einen aus einem Minderaufwand von 2,4 Millionen Franken. Dieser ergibt sich vor allem aus dem Bereich der Sach- und übrigen Betriebsaufwände. «Es gibt immer gewisse Aufwände, die man schlussendlich nicht wahrnehmen muss», sagt der Finanzvorsteher und macht ein Beispiel: «Im Schulbereich budgetieren wir auch zusätzliche Lehrkräfte oder solche, die für jemanden einspringen. Wir benötigen aber nicht immer alle.»

Andererseits verzeichnet die Gemeinde Mehreinnahmen bei den Fiskalerträgen: Die Steuereinnahmen der natürlichen Personen lagen 2,7 Millionen Franken und diejenigen der juristischen Personen um 700000 Franken über dem Budget. «Wir befinden uns mitten im Wachstum. Auch die Hochschule hat nochmals eine Sogwirkung bewirkt», erklärt Franz Zoppi und bringt es auf den Punkt: «Rotkreuz boomt.» Die Bevölkerung hat die 10 000er-Grenze überschritten, Zoppi meint aber: «Wir fühlen uns immer noch als Dorf und das wird auch so bleiben.»

Der Gewinn fliesst in die Reserve

Mehr Einwohner und Wachstum bedeuten Investitionen: Insgesamt sieht der Finanzplan 2017 bis 2021 Investitionen von 93,2 Millionen Franken vor. Darunter fallen etwa die beiden Neubauten auf dem Schulareal Waldegg in Rotkreuz, Hochwasserschutzmassnahmen, die Personenüberführung am Bahnhof und die Sanierung der Altbauten in der Binzmühle. So rechnet der Gemeinderat im Jahre 2021 mit einer Nettoschuld von 12,4 Millionen Franken. Um diese Schuld zu mindern, sollen 6 Millionen Franken des jetzigen Gewinns in die «Reserve für zukünftige Abschreibungen» fliessen. Mit den verbleibenden 200 000 Franken soll das Verwaltungsvermögen zusätzlich abgeschrieben werden. «Wir schauen optimistisch in die Zukunft und haben unsere künftigen Ausgaben und Einnahmen sauber durchgerechnet», versichert der SVP-Gemeinderat.

Die Nettoinvestitionen sind mit 5,2 Millionen Franken um 1,3 Millionen Franken tiefer ausgefallen als prognostiziert. Die Gemeinde konnte sie deshalb aus eigenen Mitteln finanzieren.

In den vergangenen Jahren hat der Anteil der Gemeinde an den Zuger Finanzausgleich abgenommen: Waren es 2013 noch rund 15,6 Millionen Franken, stehen in der Rechnung 2016 noch 3,1 Millionen Franken. Franz Zoppi: «Es wird wohl auf tiefem Niveau weitergehen.»

Steuerfuss könnte sinken

Auch der Pro-Kopf-Steuerertrag ist laut den gemeindlichen Kennziffern bei den natürlichen Personen auf rund 2200 Franken gestiegen, wird nun gar am Steuerfuss gerüttelt? «Unser Steuerfuss soll den kantonalen Mittelwert nicht übersteigen», stellt Zoppi klar und sagt: «Wenn wir aber weiterhin solche Erträge aufweisen, wird der Steuerfuss bestimmt nicht steigen, sondern eher sinken.» Seit 2013 liegt dieser bei 63 Prozent. Auch konkrete Sparmassnahmen werden keine verfolgt: «Intern optimieren wir Prozesse und Aufgaben», erklärt er weiter. Einem direkten Geldwert entspreche dies aber nicht, gespart werde vor allem Zeit.


Login

 
Leserkommentare

Anzeige: