Umfahrung Cham-Hünenberg: 124 Einsprachen sind behandelt

KANTON ZUG ⋅ Insgesamt 124 Einsprachen sind gegen den Bau der Umfahrungsstrasse Cham-Hünenberg eingegangen. Die Baudirektion hat in der Zwischenzeit die Gespräche mit den Einsprechenden abgeschlossen. In einem nächsten Schritt wird über die Baubewilligung entschieden.
12. April 2017, 13:18

Insgesamt 124 Einsprachen sind bei der Baudirektion gegen das Umfahrungsprojekt eingegangen. Drei Themen standen dabei im Mittelpunkt: Das autoarme Zentrum, der Lärm und das Projekt ganz generell.

Am umstrittensten war das autoarme Zentrum Cham. «Allerdings», so Baudirektor Urs Hürlimann in der Medienmitteilung, «braucht es flankierende Massnahmen, um den Durchgangsverkehr wie gewünscht auf die Umfahrungsstrasse zu leiten.»

Eine allseits befriedigende Lösung zu finden habe sich in der Folge als schwierig erwiesen. Gestritten wurde vor allem um die Grösse des vorgeschlagenen Perimeters, der mit einer Tempo-30-Zone die flankierenden Massnahmen zur Beruhigung des Dorfzentrums bildet. Auch das Bundesamt für Raumentwicklung unterstützt den ursprünglichen Perimeter gemäss dem Bau- und Auflageprojekt.

«Projekt ist zeitgemäss»

Ergänzungen am Projekt müssen trotz der langen Vorphase kaum (ausser Giebelfeldbrücke)
vorgenommen werden. Die Umfahrung Cham–Hünenberg, so der Baudirektor, werde genügend
Kapazitäten auch noch Jahre nach ihrer Inbetriebnahme aufweisen. Eine Etappierung des Projekts
– wie es verschiedentlich gefordert wurde – widerspreche sowohl dem Richtplan als auch
dem Volkswillen, betont Urs Hürlimann.

«Bei einer etappierten Inbetriebnahme könnten die flankierenden Massnahmen des Auflageprojekts nicht umgesetzt und die verkehrlichen sowie die umwelttechnischen Auswirkungen wie Lärm oder Luft müssten aufgezeigt werden. Ein erneuter Zeitverlust von mehreren Jahren wäre die Folge.»

In den nächsten Monaten wird der Baudirektor über die Baubewilligung sowie alle anderen zuständigen Behörden über die weiteren Bewilligungen entscheiden. Anschliessend bleibt allfälligen
Beschwerdeführenden der Rechtsmittelweg an das Verwaltungsgericht und ans Bundesgericht
offen.

Das Projekt

  • Am 4. Mai 2006 genehmigte der Kantonsrat das generelle Projekt und gab ihm gleichzeitig einen neuen Namen: Aus «Kammerkonzept Ennetsee» wurde die Umfahrung Cham–Hünenberg.
  • Am 1. Juni 2006 beschloss der Kantonsrat einen Rahmenkredit von 230 Millionen Franken für die weitere Planung, den Landerwerb und den Bau der Umfahrung. Der Rahmenkredit für alle vier Abschnitte setzt sich zusammen aus einem Baukredit von 180 Millionen Franken und einer Reserve von 50 Millionen Franken. Gegen den Kantonsratsbeschluss ergriff ein überparteiliches Komitee das Referendum.
  • Am 11. März 2007 sagten die Stimmberechtigen des Kantons Zug Ja zur Umfahrung Cham–Hünenberg. Der Kantonsrat beschloss die weitere Freigabe von 15 Millionen Franken für die Giebelfeldbrücke. Somit hat das Parlament bis heute 195 Millionen Franken freigegeben.

pd/zfo


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