Vom Leben eines Hochbegabten

VORFÜHRUNG ⋅ Der Film «Maximilian» handelt von Maximilian Janisch, der einen IQ von 149 hat. Am Donnerstag fand die Erstaufführung des Films im Kanton Zug statt. Der Protagonist selbst war auch vor Ort.
18. März 2017, 05:00

Daniela Moser

redaktion@zugerzeitung.ch

Am Donnerstag wurde der Film «Maximilian» zum ersten Mal im Kanton Zug ausgestrahlt. Einige Sequenzen des Films über den 13-jährigen Maximilian Janisch, der einem IQ von 149 hat, wurden am Symposium Begabung der Pädagogischen Hochschule Zug gedreht. Deshalb fand die kantonale Filmpremiere auch dort statt.

«Hier wird viel geredet, aber nichts getan», sagt Thomas Drisch, Vater von Maximilian ­Janisch, zur Förderung von hochbegabten Kindern in der Schweiz gleich zu Beginn des Films über Maximilian. Es wird schnell klar, dass der Junge in vielen Fächern, vor allem auch in den Sprachen, sehr begabt ist, doch sein Interessensbereich liegt hauptsächlich in der Mathematik. «Mir gefällt die Eleganz an der Mathematik», meint Maximilian. Er beschreibt sie als einen Kampf, bei dem es darum geht, Theoreme zu beweisen, und dieser Kampf sei immer allein zu führen.

Vergeblich an der ETH beworben

Nachdem sich Maximilian vergeblich an der ETH als Student beworben hat, entwickelte die Universität Zürich ein eigenes Förderprogramm für ihn. Nun trifft er sich alle zwei Wochen mit seinem Mentor Camillo De Lellis, der ihn mit Aufgaben füttert, die Maximilian an seine Grenzen bringen. «Ich finde es toll, wie er mich an meine Grenzen bringt, aber nie darüber hinaustreibt.»

Das mediale Interesse an Maxi sei eine Herausforderung gewesen, meint Monika Janisch, die Mutter von Maximilian. Meist kamen gehässige Kommentare auf sie zurück und Anschuldigungen wie: «Maximilian darf kein Kind mehr sein», oder, «was erlauben Sie sich, die ETH in den Dreck zu ziehen?» Maximilians Antwort darauf: «Als Kind geht es doch darum, was man gerne macht, und ich hatte das Glück, so viele Möglichkeiten zu bekommen, um genau dies zu machen, Mathematik auszuüben.»

Über ein Jahr begleitet

Im Anschluss an den Film leitete Marianne Ettlin, Leiterin Fachgruppe Symposium Begabung, die Fragerunde mit Maximilian, seinem Vater Thomas Drisch und dem Regisseur Nicolas Greinacher. Greinacher wurde auf Maximilian aufmerksam, da er selber als Kind mathematisch hochbegabt war. Über ein Jahr lang begleitete er ihn und seine Eltern und habe so eine neue Seite kennen gelernt, wie sie in der bisherigen Berichterstattung nicht zum Vorschein gekommen sei. «Der Film wird der Thematik Hochbegabtenförderung nicht ganz gerecht, Ziel war es, das Thema etwas zu entschärfen», sagte Greinacher. Als er sich zum ersten Mal mit der Familie traf, assen sie zu Mittag. Maximilian zeigte zuerst nicht grosses Interesse, erst als angestossen wurde, fragte er Grein­acher: «Wie oft hat es nun geklinkt?» Als der Regisseur die richtige Antwort, sechs Mal, wusste, war ein gegenseitiger Respekt vorhanden.

Maximilian – der Film ist eine kurzweilige Dokumentation geworden, die die Thematik der Hochbegabtenförderung kritisch behandelt und einen Einblick in eine faszinierende Persönlichkeit gewährt.

Hinweis

Die Kinopremiere findet im Mai/Juni statt in einer Selektion von verschiedenen Arthouse-Kinos.


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