Wo wirklich die Sonne aufgeht

ZUGER NEUJAHRSBLATT ⋅ Die neueste Ausgabe der Traditionspublikation der Gemeinnützigen Gesellschaft Zug wurde gestern Abend vorgestellt. In dem Band kommen auch Sonnenanbeter auf ihre Kosten.

25. November 2016, 05:00

«Wir fühlen uns hier in der Aula der PHZ schon etwas daheim», begrüsste gestern Abend Irène Castell-Bauchmann von der Gemeinnützigen Gesellschaft Zug (GGZ) die zahlreichen Gäste zur Buchvernissage des Zuger Neujahrsblatts 2017. Dieser Satz schaffte nicht nur gleich eine behagliche Atmosphäre. Er leitete auch geschickt zum Thema der Traditionspublikation der GGZ über, die es ja immerhin schon seit 1892 gibt: «Zug zu Hause». Ein Thema, das die Menschen in Zug auf eine ganz persönliche Weise abholt – schliesslich haben die meisten ja irgendein Zuhause in Zug.

Vom Bauernhaus bis zum Stammtisch

Conférencier Remo Hegglin stellte danach in seiner gewohnt zugerisch-jovialen Art einige Autoren und Themen des Neujahrsblatts 2017 vor. Etwa Benno Furrer, der sich seit Jahren mit der Erforschung und Dokumentation von Bauernhäusern beschäftigt und über das Wohnen auf dem Lande einst und heute geschrieben hat. Oder etwa Therese Marty, die selbstständige Journalistin, die an Haustüren geklingelt und sechs Zugerinnen und Zuger ganz privat aufgesucht hat. Entstanden ist daraus die einfühlsame «Grüezi, dürfen wir hereinkommen?»-Reportage mit unterschiedlichen Wohnporträts. Interessant: Eines dieser Zuger «Habitate» zeigt, wie ein Redaktor dieser Zeitung beim Schutzengel wohnt. Nicht zuletzt stellte Remo Hegglin den Schriftsteller Andreas Grosz vor, der in seinem Text «Zugvögel über dem Zugersee – Beobachtungen und Erinnerungen» über die verschiedenen Zuhause in seinem Leben nachdenkt.

Doch in diesem Neujahrsblatt gibt es noch viel mehr zu entdecken. Etwa die originelle Foto­serie «Stammtische» von Alexandra Wey. Die Zuger Fotografin, die schon viel gesehen hat, zeigt, stets von oben linsend und scheinbar von den am Tisch Sitzenden völlig unbemerkt, wie verschiedene Typen und Personen sich um verschiedene Tische scharen. Der Tisch wird auf diese Weise zum «Soziotop», sprich: zu einer Art Einblick in ganz bestimmte Milieus. Dabei wirken alle Sitzenden gleich gemütlich.

Das Bijou des Zuger Neujahrsblatts ist dieses Mal sicherlich das Supplement. Es zeigt in Form farbiger Drucke, die man einfach als Karte abtrennen und verschicken kann, die Gemäldeserie «Sonnenaufgang am Zugersee» von Jean-Fréderic Schnyder. Diese wurde dieses Jahr als Neuerwerbung des Zuger Kunsthauses erstmals ausgestellt. Eine grandiose Bildsequenz des in Zug sehr zurückgezogen lebenden Künstlers – in der man tatsächlich die Sonne aufgehen sieht.

Hinweis

Das Zuger Neujahrsblatt 2017 ist zu bekommen bei der Gemeinnützigen Gesellschaft Zug in Cham unter Tel. 041 748 22 33 oder unter der E-Mail-Adresse sekretariat@ggz.ch sowie im Zuger Buchhandel.

Wolfgang Holz


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