Zug rüstet sich für Velofahrer

VERKEHR ⋅ Mit den warmen Temperaturen werden auch die Velos wieder vermehrt aus dem Keller geholt. Insbesondere in der Stadt gibt es für ihre Benutzer die eine oder andere Verbesserung, während es an anderen Orten im Kanton noch immer harzt.
19. April 2017, 05:00

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

In der Stadt hat der politische Druck gewirkt. Erste Massnahmen des Masterplans Velo «Bike to School» (siehe Box) sind bereits umgesetzt. «Es sind vor allem Massnahmen, die mit Hilfe von Markierungen und Signalisationsänderungen realisiert werden konnten», erklärt der zuständige Stadtrat Urs Raschle. So hat es auf der Zugerbergstrasse auf der Höhe der Stadtbibliothek einen sogenannten «Velosack» gegeben. In diesen können die Zweiräder einspuren und anhalten, um danach in die St.-Oswalds-Gasse einzubiegen. Einen solchen Velosack hat es auch beim Lichtsignal bei der Einmündung der Aabachstrasse in die Chamerstrasse vis-à-vis der Schützenmattwiese gegeben. Dort können sich die Velos vor dem motorisierten Verkehr aufstellen und können so bei Grün auch als Erste fahren.

Für die gesamte Umsetzung der einfachen Massnahmen des Masterplans hat sich die Stadt im Frühjahr 2016 zwei Jahre Zeit gegeben, also bis im Februar 2018. Geplant sind nun noch weitere Anpassungen. Unter anderem wird an zwei Orten der Fussweg auch für Velos freigegeben. Dies entlang der Gubelstrasse und auf dem Trottoir der Alten Baarerstrasse bis unter die Loretohöhe.

Der Masterplan Velo war vor bald drei Jahren von der städtischen Fraktion der Alternativen-CSP angeregt worden. Die für den Masterplan Velo zuständige alternative Gemeinderätin Astrid Estermann zeigt sich erfreut über die bisherige Umsetzung: «Die realisierten Punkte freuen mich und dienen bereits einer besseren und sichereren Veloführung.»

Bessere Erschliessung beim Postplatz

Gemäss Stadtrat Raschle werden zudem auch noch andere Punkte in der Stadt in naher Zukunft angegangen, die nicht im Masterplan aufgeführt sind. «Mit der Eröffnung der Tangente Zug/Baar und den Veränderungen auf dem Areal der V-Zug wird es im Bereich der Industriestrasse eine Verbesserung für den Veloverkehr geben.» Zudem soll auch die Verbindung des oberen und unteren Postplatzes für Velofahrer wieder besser funktionieren, ohne dass diese ihr Velo über einen Fussgängerstreifen stossen müssen. «Diese Verbesserung planen wir gemeinsam mit der Umgestaltung des oberen und unteren Postplatzes», so Raschle.

Etwas anders sieht die Lage im restlichen Kanton aus. Wie Victor Zoller, Co-Präsident von Pro Velo Zug, schildert, gibt es einige prekäre Stellen. Besonders die Strecke rund um den Zugersee liegt ihm am Herzen. «Dort haben wir im Bereich der Gemeinde Walchwil, aber auch auf Schwyzer Kantonsboden noch mehrere Stellen, an denen die Velofahrer dem Motorverkehr ohne eigene Spur ausgeliefert sind.» Auch der Strassenabschnitt zwischen Neuägeri und Unterägeri gehört für Pro Velo zu den Abschnitten, bei denen Handlungsbedarf besteht. Dort müssen die Velofahrer mehrere relativ enge Kurven mit Steigung auf der Strasse fahren. «Gerade aber solche Strecken am Berg könnten mit den E-Bikes vermehrt in den Fokus der Velofahrer kommen», gibt Zoller zu bedenken.

Weiterhin Stück für Stück beim Kanton

Bei der Fachstelle Langsamverkehr des Kantons Zug sind diese und weitere heikle Stellen bekannt. Der dort Verantwortliche Stefan Bürgler weist darauf hin, dass eine flächendeckende Überarbeitung der Velowege finanziell nicht zu stemmen sei. «Wenn aber ein Strassenabschnitt sowieso saniert wird, planen wir jeweils auch bessere Lösungen für die Velofahrer mit ein.» Aktuell sei dies der Fall auf der Kantonsstrasse zwischen Nidfurren, der Abzweigung Richtung Menzingen und dem Schmittli. «Dort gibt es auf beiden Seiten einen Radstreifen.» Und auf der Strecke zwischen Baar und der Kreuzung Talacher gibt es im oberen Bereich, ab dem Knoten Margel, bergwärts einen Radstreifen. Bei der Strecke um den Zugersee komme hinzu, dass der Kanton Zug vom Kanton Schwyz nicht verlangen könne, dass er etwas machen müsse, erklärt Bürgler. «Dort können wir nur unsere Wünsche äussern, ohne Garantie auf Umsetzung.»


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