Zuger Wahlen sorgen für Spannung

WAHLEN ⋅ Im Kanton Zug werden heute der Regierungsrat und der Kantonsrat sowie alle kommunalen Behörden neu gewählt. Mit Zugerzeitung.ch sind Sie auf dem Laufenden.

05. Oktober 2014, 14:20

Bei den Regierungsratswahlen treten alle sieben Bisherigen wieder an. Es sind dies: Sicherheitsdirektor Beat Villiger (CVP), Finanzdirektor Peter Hegglin (CVP), Volkswirtschaftsdirektor Matthias Michel (FDP), Gesundheitsdirektor Urs Hürlimann (FDP), Baudirektor Heinz Tännler (SVP), Bildungsdirektor Stephan Schleiss (SVP) und Innendirektorin Manuela Weichelt-Picard (Alternative - die Grünen).

Für Spannung ist dennoch gesorgt. Nach 120 Jahren werden im Kanton Zug die Regierungsratsmitglieder nämlich nicht mehr nach Proporz, sondern nach dem Majorzverfahren gewählt. Zudem sind die Zuger Wahlen immer wieder für Überraschungen gut. Vor vier Jahren wurde überraschend Patrick Cotti (Alternative - die Grünen) vom SVP-Mann Stephan Schleiss verdrängt.

SP drängt zurück in die Exekutive

Auch bei den diesjährigen Erneuerungswahlen stehen die Grün-Alternativen wieder im Fokus. Für Manuela Weichelt-Picard brachte die bisherige Listenwahl Vorteile. Mit dem neuen Wahlmodus könnte ihr die SP-Kandidatin Christina Bürgi Dellsberger gefährlich werden. Nur zu gern würden die Sozialdemokraten mit der 54-jährigen Diplomatin und früheren Kantonsrätin den vor 8 Jahren verlorenen Sitz in der Exekutive zurückerobern.

Die CVP schickt neben ihren beiden Bisherigen den 54-jährigen Kantonsrat Martin Pfister ins Rennen. Der Partei geht es mit dieser Kandidatur vor allem darum, ihren Parteipräsidenten für eine kommende Ersatzwahl aufzubauen.

Eine solche könnte bereits im Herbst 2015 nötig werden. Bereits jetzt gilt es als ziemlich sicher, dass Peter Hegglin bei den Ständeratswahlen die Nachfolge seines Parteikollegen Peter Bieri anstreben wird.

Als krasse Aussenseiterin tritt die Piratenpartei an. Sie hat den 28-jährigen Informatikingenieur Stefan Töni aus Steinhausen als Regierungsratskandidaten nominiert und dürfte mit dem Ausgang der Wahl nichts zu tun haben.

Unsicherheiten mit Doppeltem Pukelsheim

Neu ist die Ausgangslage auch bei der Wahl des Kantonsrates. Verteilt werden die Sitze erstmals nach dem umstrittenen Doppelten Pukelsheim. Um im Parlament vertreten zu sein, muss eine Partei 5 Prozent der Wählerstimmen in einem Wahlkreis (Gemeinde) oder 3 Prozent im ganzen Kanton erreichen.

Insgesamt bewerben sich 246 Kandidatinnen und Kandidaten auf sieben verschiedenen Listen für die 80 Sitze im Kantonsparlament. 65 Frauen stehen 181 Männern gegenüber. Erstmals mit von der Partie ist die Piratenpartei, die jedoch nur in Zug, Menzingen und Steinhausen mit je einem Kandidaten antritt und damit kaum Chancen hat, das Quorum zu erreichen.

FDP und SVP wollen zulegen

Profitieren vom neuen Wahlsystem, das erfahrungsgemäss kleinere Parteien bevorteilt, könnten GLP und Alternative - die Grünen. Die GLP erzielte vor vier Jahren auf Anhieb zwei Mandate; die Alternativen büssten damals vier Sitze ein und belegen derzeit 8 Sitze. Die SP tritt mit dem Ziel an, ihren Besitzstand von 8 Sitzen zu verteidigen.

Den Status quo halten, heisst auch die Losung der CVP, die mit 23 Sitzen die grösste Fraktion stellt. Die FDP (20 Sitze) und die SVP (19 Sitze) wollen gar je ein Mandat zulegen. Um ihre Ziele zu erreichen, müssen die drei bürgerlichen Parteien Wähleranteile zulegen.

Gleichzeitig mit den kantonalen Wahlen werden in den elf Zuger Gemeinden die Exekutiven (Gemeinderäte und Gemeindepräsidenten) neu bestellt. In der Stadt Zug stehen zudem die Wahlen für den 40-köpfigen Grossen Gemeinderat (Stadtparlament) und das Stadtpräsidium auf der Agenda.

Topinformiert über die Wahlen

Zugerzeitung.ch berichtet ab Sonntagnachmittag laufend über aktuelle Ergebnisse aus dem Kanton Zug und allen Gemeinden. Wann die ersten Resultate vorliegen, ist unklar. Wegen des neuen Wahlsystems liegen keine Erfahrungswerte vor, die eine Zeitprognose erlauben.

sda/rem

Impressionen rund um die Gesamterneuerungswahlen vom 5. Oktober im Kanton Zug.


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