Zum Musizieren fehlt in der Musikschule der Platz

STADT ZUG ⋅ In der Musikschule wird es eng. Abhilfe schaffen könnte ein Gebäude, über das bereits viel diskutiert wurde.

29. September 2016, 05:00

3050 Schüler, 90 Lehrer und 1400 Lektionen Einzelunterricht pro Woche: Die Zahlen, die die Musikschule der Stadt Zug vorweist, sind beachtlich. «Wir sind stark gewachsen», sagt ihr Leiter Beat Rüttimann. Vor allem in den letzten Jahren habe die Schülerzahl markant zugenommen. «Im Jahr 2006 hatten wir noch 2000 Schüler. Es gab also in den letzten zehn Jahren eine Zunahme von rund 50 Prozent», führt Rüttimann weiter aus. Dieses Wachstum hänge zum einen mit einem steigenden Interesse am Musikunterricht zusammen. In erster Linie sei es aber schlicht und einfach eine Folge des allgemeinen Wachstums und der steigenden Bevölkerungszahl der Stadt Zug.

Seitens der Musikschule freut man sich über die zahlreichen Schüler und das Interesse am Musikunterricht. Gleichzeitig stellt das Wachstum die Schule aber auch vor eine grosse Herausforderung. Denn der Platz im Gebäude im Neustadtquartier hinter der reformierten Kirche ist begrenzt und inzwischen zu knapp. Die 41 Zimmer sind von Montag bis Freitag vollkommen belegt, wie der Musikschulleiter Auskunft gibt. Um die Raumknappheit etwas zu entschärfen, hat die Stadt Zug bereits im Februar 2015 insgesamt fünf zusätzliche Räume in der angrenzenden Villa Staub gemietet. Diese stehen seither für Gitarren- und Ensembleunterricht zur Verfügung.

L & G-Gebäude wäre Wunschstandort

Doch musiziert wird in diesen Räumlichkeiten nur noch in diesem Schuljahr. Denn der Vertrag, den die Stadt eingegangen ist, ist befristet und läuft am 31. Juli 2017 aus. Dann wird die Villa Staub saniert, und die Musikschule muss raus. Wo der Unterricht danach stattfinden soll, sei bisher noch unklar. «Wir haben bei der zuständigen Abteilung Immobilien der Stadt einen Antrag deponiert, dass wir ab dem Schuljahr 2017/18 eine neue Lösung brauchen», erklärt Rüttimann. Bisher sei aber noch nichts in Aussicht. «Ideal wären für uns natürlich Räume, die sich wieder in der Nähe des Hauptgebäudes der Musikschule befinden», führt er weiter aus. Kurzfristig – also für das nächste Schuljahr – benötige man wieder fünf Zimmer. «Längerfristig wäre es für uns aber sinnvoll, wir hätten acht bis zehn zusätzliche Zimmer», sagt Beat Rüttimann. Es sei keine leichte Aufgabe, diesen Platz zu finden, weiss Rüttimann. Aber: «Wir haben da schon eine mögliche Lösung ins Auge gefasst.» Ginge es nach Rüttimann, so könnte das ehemalige L & G-Gebäude dem Platzproblem Abhilfe schaffen. In das Gebäude wird die Stadtverwaltung bis im Herbst 2019 zentralisiert werden. «Wir könnten uns gut vorstellen, einen Teil der Räume dort zu belegen und die Musikschule damit zu erweitern», sagt Rüttimann. Der Standort des L & G-Gebäudes sei ideal. «Und auch die Räume würden sich sicher zum Musizieren eignen. Natürlich nicht für alle Instrumente, aber für einige bestimmt», so der Musikschulleiter weiter.

Ausweichmöglichkeiten in Schulen

Der Vorschlag, die Schule ins L & G-Gebäude zu erweitern, kommt auch bei Bildungschefin Vroni Straub-Müller gut an. «Das wäre sicher eine bedenkenswerte Variante», sagt sie. Fest stehe diesbezüglich aber noch nichts. Straub: «Das ist einfach ein mögliches Szenario, das wir aber ­sicher prüfen werden.»

Vorerst konzentriert man sich bei der Musikschule nun aber darauf, eine Lösung für das nächste Schuljahr zu finden. Rüttimann: «Sollten wir nichts finden, dann müssen wir auf Räume in den städtischen Schulhäusern ausweichen. Das wäre kurzfristig machbar, aber sicher keine dauerhafte Lösung.»

Samantha Taylor


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