Zum ersten Mal wurden Eier vernichtet

ZUG ⋅ 100 Graugansjunge wären im Frühling eigentlich geschlüpft – doch die Zuger Wildhüter haben eingegriffen.
22. Juni 2013, 05:04

Das gab es bisher noch nie: Die Zuger Wildhüter haben dieses Jahr den Graugänsen ins Nest gegriffen. Beteiligt waren auch Mitglieder vom WWF und vom Zuger Vogelschutz. Im April wurden 59 Eier aus 21 Nestern entnommen und 18 Eier angebohrt. 24 Eier wurden in den Nestern belassen. «Wo die Eier schon weit entwickelt waren, haben wir diese nicht angerührt», sagt Peter Ulmann, Co-Leiter vom Amt für Wald und Wild.

Graugänse-Nachwuchs eingedämmt

Graugänse legen maximal acht bis neun Eier. «Es wurden nicht alle potenziellen Brutgebiete nach Nestern abgesucht, sondern nur ganz punktuell bekannte Gänse-Brutplätze am Nord- und Ostufer des Zugersees.» Die meisten Eingriffe in die Nester wurden im Bereich vom Brüggli gemacht. Hier kam es im vergangenen Jahr zu Konflikten zwischen Badenden und Graugänsen, weil die Tiere die beliebte Liegewiese stark vollgekotet hatten. Nach Angaben von Peter Ulmann sind beim Brüggli Ende April drei Gänsepaare mit sechs Jungen registriert worden. Im Vorjahr gab es am Zugersee mit 30 Jungtieren noch rund fünf Mal mehr. Hätte man nicht eingegriffen, wäre für diesen Frühling mit insgesamt rund 100 Jungtieren zu rechnen gewesen. 112 Graugänse haben die Wildhüter im Januar am ganzen Zugersee gezählt. 2005 waren es noch rund 18 Tiere, 2010 53 Vögel.

Luc Müller

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