Leiter der Stadtmusik Zug gibt nach 38 Jahren ein grosses Abschiedskonzert

ZUG ⋅ Seit 1980 leitet Felix Hauswirth die Stadtmusik Zug. Jetzt hat sich der vielseitig engagierte Musiker entschieden, neue Herausforderungen zu suchen. Am Samstag gibt es ein grosses Abschiedskonzert.
15. November 2017, 07:15

Vor über 135 Jahren wurde die Stadtmusik Zug als so genannte «Feuerwehrmusik» gegründet. Die nachmalige/heutige Stadtmusik agiert seit 2001 als reines Konzertensemble und fokussiert sich auf wenige Musikprojekte jährlich, für die sich sowohl die aktiven Mitglieder des Orchesters als auch Gastmusikerinnen und Gastmusiker aus der gesamten Deutschschweiz verpflichten – dies dafür auf hohem Niveau.

Als im Jahre 1980 Felix Hauswirth die Leitung des Orchesters übernahm, war die Situation ganz anders. Damals gab es – so erinnert sich Hauswirth – weder Oboen, noch Fagotte oder Hörner. An den wöchentlichen Proben habe man vor allem an der Technik arbeiten müssen, bevor man sich an die eigentliche Musik machen konnte. So sei die Stadtmusik ein typisches Blasorchester mit einer Vereinsstruktur gewesen. Es wurden Geburtstagsständchen gespielt, kirchliche Feiern musikalisch untermalt, oder man marschierte an Veranstaltungen im Freien mit. Nach etwas über 20 Jahren seines Wirkens mit der Stadtmusik entschied sich Felix Hauswirt gemeinsam mit dem Orchester, zu diesem Konzertensemble heranzuwachsen, das es heute ist. Die wöchentlichen Proben wurden eingestellt, und fortan arbeitete man projektbezogen – was damals ein absolutes Novum gewesen sei in der Schweizer Blasmusikszene, wie Hauswirth sagt.

Von gegenseitigem Vertrauen geprägt

Zwischen dem Dirigenten und den Musikern bestand grosses gegenseitiges Vertrauen, was die einschneidende Veränderung im Orchesterkonzept gut umsetzbar machte. Es bewährte sich, der Erfolg liess nicht lange auf sich warten. Dies sei für ihn Grund genug gewesen, die Stadtmusik auch weiterhin zu leiten. Der vielseitig engagierte Musiker sagt, dass er bei anderen Dirigenten oft die Beobachtung mache, dass sie nach einigen Jahren mit demselben Orchester «Abnützungserscheinungen» zeigten. Bei ihm und der Stadtmusik sei dies nie der Fall gewesen – bis heute nicht. Dennoch hat sich der 61-Jährige nun entschieden, die Leitung des Stadtorchesters Zug abzugeben. Dies nach stolzen 38 Jahren.

Wie kommt’s? Er habe das Bedürfnis, mehr Raum für Spontaneität zu gewinnen, sagt er. Der weltweit vernetzte Blasmusikdirigent habe, so führt er aus, in letzter Zeit immer häufiger Dirigatanfragen für zumeist kurzfristig angesetzte Projekte absagen müssen. Dies, weil er sonst nicht die nötige Zeit gefunden hätte, mit der Stadtmusik als Amateurorchester mit den wenigen Proben den hohen Qualitätsanspruch zu erreichen, den er und die Musiker hätten. Obschon vor allem dies den Reiz der Arbeit mit der Stadtmusik ausgemacht habe. Sein persönlicher Anspruch zudem sei auch gewesen, für ein Konzert jeweils die richtige Mischung an Stücken zu finden und das Programm so zu gestalten, dass es sowohl für das Publikum als auch für die Musiker immer interessant und spannend blieb. Dennoch hat sich Hauswirth nun entschieden weiterzuziehen.

Ein sehr persönliches Konzertprogramm

Das bevorstehende Konzert der Stadtmusik Zug ist gleichzeitig Felix Hauswirths Abschiedskonzert. Unter dem sinnigen Übertitel «bye» wird das Orchester Werke spielen, zu denen der abtretende Dirigent eine besondere persönliche Beziehung hat. Das Eröffnungsstück «Zuger Salut» beispielsweise ist eine Widmungskomposition von Hauswirths ehemaligem Schüler Fabian Schmidt. Eigens für den Abschied des Dirigenten geschrieben, erlebt das Werk hier seine Uraufführung. Auch die weiteren Nummern – oder auch deren solistischen Interpreten – haben für den Dirigenten alle eine spezielle Bedeutung.

Im zweiten Teil des Konzerts wird die Stadtmusik Zug von ehemaligen Musikerinnen und Musikern unterstützt, die Felix Hauswirth auf einzelnen Strecken seines 38-jährigen Engagements begleitet haben. Die Einladung dieser Gastmusiker soll dem festlichen Charakter des Abschiedskonzerts einen zusätzlichen Akzent verleihen. (red)

Hinweis

«bye», Konzert der Stadtmusik Zug am Samstag, 18. November, um 20 Uhr im Theater Casino Zug. Vorverkauf unter www.theatercasino.ch


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