Abtreibungsgegner wandern auf den Gubel

MENZINGEN ⋅ Am Sonntag plant der kirchlich-politische Verein Marsch für s’Läbe eine Gebetsveranstaltung. In Obwalden wurde eine solche verboten – die Zuger Gemeinde sieht in der Aktion jedoch keine Probleme.
15. September 2017, 08:57

Anlässlich des Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettags organisiert der Verein Marsch für s’Läbe in Menzingen am Sonntag eine Gebetswanderung auf den Gubel. Das kirchlich-politische Projekt sollte ursprünglich im Flüeli-Ranft durchgeführt werden, wurde jedoch von den Gemeinden Sachseln und Kerns verboten (siehe Ausgabe vom 7. September). Der Gemeindepräsident von Menzingen, Peter Dittli, ist aber unbesorgt. «Wir erwarten nicht viele Leute, da die Veranstaltung noch an anderen Orten stattfindet», sagt er.

Das Anliegen des Projekts Marsch für s’Läbe ist gemäss Homepage «das Lebensrecht der Ungeborenen sowie der behinderten, kranken und alten Menschen in der Schweiz wieder zu sichern».

Es handelt sich also um eine Gruppe von Abtreibungsgegnern. «Wir beten für das ungeborene Leben», sagt Beatrice Gall, Mediensprecherin der Organisation. Sie führt aus, der Verein hätte sich nicht unterkriegen lassen von der Absage im Flüeli-Ranft. Er hätte sich stattdessen dezentral organisiert, was «vielleicht auch eher der Schweizer Mentalität entspricht». Auf der Homepage sind zehn verschiedene Veranstaltungsorte genannt. Dazu kämen, so Gall, noch weitere, die in Rundbriefen genannt oder in regionalen Kreisen weitergegeben würden.

Polizei steht in Kontakt mit Veranstalter

Wie aus vergangenen Medienberichten hervorgeht, sorgten die Veranstaltungen der Abtreibungsgegner in den letzten Jahren wegen Gegendemonstrationen von linksautonomen Kreisen für Aufsehen. Wird die Polizei vor Ort sein? Judith Aklin, Kommunikationsverantwortliche der Zuger Polizei, schreibt dazu: «Wir sind in Kontakt mit dem Veranstalter und auch mit dem Gemeindepräsidenten von Menzingen.»

Organisiert wird der Anlass von lokalen Mitgliedern des Vereins Marsch für s’Läbe. Um 14 Uhr startet die Gebetsveranstaltung beim Rathaus in Menzingen. «Initiant des Gebetsspaziergangs auf den Gubel ist eine Gebetsgruppe, die seit 2016 den Marsch für s’Läbe im Gebet mitträgt», sagt Daniel Regli, Präsident des schweizweiten Organisationskomitees der Veranstaltung.

Zu den Piusbrüdern, deren Generalhaus sich in Menzingen befindet, sowie zum ortsansässigen Franziskanerkloster gebe es keinen Zusammenhang, fügt er hinzu.

 

Luzia Blum

praktikant@zugerzeitung.ch


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