Ein Schulhaus am Übergang in eine neue Zeit

STEINHAUSEN ⋅ Das Schulhaus Sunnegrund 1 soll zu einem Musikschulzentrum werden. Jetzt liegt das detaillierte Projekt für rund 5,3 Millionen Franken vor. Bevor der Umbau gestartet werden kann, stimmt das Volk aber darüber ab.
10. Oktober 2017, 04:39

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Es war das erste Schulhaus der Gemeinde, das Sunnegrund 1. Für das Dorfbild und die Geschichte von Steinhauen ist es von grosser Bedeutung. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Bloss der Nutzen wird ein anderer sein: Aus dem Primarschulhaus soll ein Musikschulzentrum werden. Das bestehende Musikschulhaus Oele platzt aus allen Nähten. Das ist schon länger bekannt, und es braucht die Zustimmung der ­Bevölkerung. Am 26. November wird das Projekt an die Urne kommen. Bald werden die dazu nötigen Informationen mit der ­Abstimmungsvorlage in den Haushalten landen. Dass es die Zustimmung der Steinhauser zur Umnutzung braucht, hat einen einfachen Grund: Der Umbaukredit beläuft sich auf gut 5,3 Millionen Franken. «Der ‹Schwellenwert› für eine Urnenabstimmung in Steinhausen liegt bei 5 Millionen Franken», erklärt Bauchef Andreas Hürlimann (Grüne).

Mit dem Baukredit wird einerseits das Gebäude saniert und dieses andererseits baulich so angepasst, dass das Musikschulzentrum entstehen kann. Die Veränderung findet vor allem im Innern statt. «Das Gebäude wird seine äussere Erscheinung weitgehend erhalten», so Hürlimann. «Dem städtebaulich bedeutenden Schul­gebäude wird eine neue Nutzung zugeteilt, die der Funktion und der Ausstrahlung des Gebäudes entspricht und seinen Charakter wieder neu belebt», sagt der Gemeinderat. Deshalb wurde das Gebäude zwischenzeitlich in Zusammenarbeit mit der Kantonalen Denkmalpflege unter Schutz gestellt.

Planung ist abgeschlossen

Das Umbauprojekt war bereits vor zwei Jahren Thema. Damals beschloss das Stimmvolk den Planungskredit von 450 000 Franken. Seither seien die Grundlagen geschaffen worden, um ein detailliertes Projekt auszuarbeiten, so Hürlimann. Dazu gehören etwa Aufnahmen zum Bestand, Untersuchungen des Zustands, aber auch ein Gutachten der Akustik und des Schalls. Wie es eben für ein Musikschulzentrum wichtig ist. «Obwohl sich die Aufgabe als sehr anspruchsvoll und komplex herausstellte, konnten die Ziele aus der Vorstudie umgesetzt werden», führt der Gemeinderat aus. «Ein altes Gebäude umzunutzen ist eine anspruchsvolle Bauaufgabe. Es setzt viel Kreativität und Innovation des Planungsteams in der Lösungsfindung, gerade im Umgang mit der bestehenden Bausubstanz voraus.» Schliesslich konnten alle geforderten Räume für die Musikschule ins Projekt integriert werden.

Schon früh wurde daher auch die Nachbarschaft mit einbezogen. Musik macht Lärm, wenn auch schönen. Doch dieser war dabei Hauptthema. «Die Anliegen der Nachbarschaft waren uns bereits überwiegend bekannt. Sie wurden, soweit eine bauliche Lösung möglich ist, in das Projekt integriert», sagt Hürlimann. Beispielsweise werden nun auch die Fenster der Aula ersetzt, obwohl diese nicht im Umbau-Perimeter liegen würden. Perkussion werde weiterhin in den bestehenden Räumlichkeiten unterrichtet und geübt. «Hier hat sich seit Planungsstart nichts verändert.» Das komme bezüglich Schall der Nachbarschaft entgegen.

Unerwartete Aufwertung

Vor zwei Jahren ging man allerdings noch von einem Baukredit von rund 4,5 Millionen Franken aus. Der nun höhere Betrag komme daher, dass die gesamte ­innere Struktur des zweiten Obergeschosses zurückgebaut und mit einer Leichtbauweise ersetzt werden müsse, so der Bauchef. «Dieser Eingriff wird nun auch als Chance genutzt, den alten Dachraum mit dem neu sichtbaren Gebälk erlebbar zu machen und mehr Raumhöhe zu generieren», ergänzt er. Zudem werde die Lüftung so ergänzt, dass der Unterricht problemlos bei geschlossenem Fenster stattfinden könne. «Daneben wurden jedoch auch diverse Optimierungen vorgenommen, sodass der Baukredit im Vergleich zur Kostenschätzung nun um rund 775 000 Franken höher ausfällt.» Der Projektierungskredit wird eingehalten. Kommt das Projekt durch, wird es sofort weitergehen: Der Baustart ist in den Sommerferien 2018 geplant. «Der Zeitplan ist ambitioniert und setzt voraus, dass keine Einsprachen eingehen.»


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