Ein Teil des Chrüzhügels in Sihlbrugg rutscht wieder

NATURRAUM ⋅ Der Hang bei der ehemaligen Kiesgrube ist ins Rutschen geraten. Besteht Gefahr für Anwohner und Gewerbe? Der Zuger Baudirektor nimmt Stellung.
17. April 2018, 07:47

Ein Teil der Wiederherstellung des Naturraums auf dem Chrüzhügel ist derzeit ausgesetzt. Wie der auf Ende Jahr abtretende Zuger Baudirektor Urs Hürlimann (FDP) bestätigt, ist ein Teil des Hangs in Bewegung geraten. Deshalb werde in diesem Bereich «vorläufig» kein weiterer Erdboden aufgeschüttet. Bereits Ende 2017 seien dank Messpunkten, die in der Böschung eingebaut seien, Bewegungen im Hang registriert worden. Anschliessend hätten Fachleute die Situation beurteilt und Vorschläge unterbreitet, wie er stabilisiert werden könne. «Beim nun bemerkten Hangrutsch sind keine Schäden ausserhalb der Rekultivierungsfläche aufgetreten und sind auch keine zu erwarten», hält Hürlimann fest.

Sollte es zu weiteren Rutschungen kommen, wäre «nur die Einfahrt in die Rekultivierungsfläche» betroffen. Anwohner und unterhalb des sensiblen Teils des Chrüzhügels befindliche Liegenschaften seien nach Beurteilung der Baudirektion «nicht gefährdet».

Der Hang hat schon einmal für Schlagzeilen gesorgt

Das ehemalige Kiesabbaugebiet, das auf Baarer und Neuheimer Boden liegt, soll dereinst wieder als Hügel erkennbar sein. Der Abbau des für die Bauwirtschaft wichtigen Rohstoffs über mehrere Jahrzehnte bis zum Frühjahr 2004 hat wie üblich einschneidende Folgen gezeitigt. Auf der flachen Ebene war auch ein Schlammweiher, der aus der Kiesgewinnung respektive -reinigung resultierte. Dieser sorgte im Oktober 2005 weitherum für Schlagzeilen, weil der Damm leckte und Wasser daraus entwich. Die Sihlbruggstrasse wurde überschwemmt und die weiteren Strassen gesperrt. Letztlich konnte das Leck gestopft und damit Schlimmeres verhindert werden.

 

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch


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