Aus dem Rossstall soll eine Brennerei werden

ZUG ⋅ Seit einem Monat wohnen die beiden Hobbybrenner Thomas und Cordula Heiner im Zurlaubenhof, wo sich das Lager ihrer Destillate befindet und sie künftig auch brennen wollen. Noch fehlt dazu ein letztes Puzzleteil.
19. Mai 2017, 07:11

Er sei ein «ganz Kleiner», sagt Thomas Heiner, der zusammen mit seiner Gattin die Brennerei Heiners Destillate betreibt. Vor zehn Jahren hat der gelernte Brennmeister nach Jahren der Brenn-Abstinenz wieder mit seiner alten Leidenschaft angefangen. Dies lediglich als erweitertes Hobby und neben seiner ­ordentlichen Anstellung als Abwart im Schulzentrum Maria Opferung, wie er betont.

Auch Thomas Heiners Gattin arbeitet als Kindergärtnerin vollamtlich in ihrem Beruf und frönt zusammen mit ihrem Mann dem gemeinsamen Steckenpferd.

Bislang wurde in der Herti gebrannt

Bislang wohnten die Heiners in Oberwil, brannten die Destillate in der Herti und lagerten die Brände in Otterswil, das zwischen Oberwil und Walchwil liegt. Schon bald soll dies alles aber am selben Ort sein. Und zwar im stadtzugerischen Zurlaubenhof, wo die Heiners nämlich seit April wohnen. Zu dem Hof gehört ein ehemaliger Rossstall, den sie gemietet haben und in dem sich heute bereits das Lager der Brände befindet.

«Wir wollen den Stall umbauen und dort künftig auch brennen», sagt der 47-Jährige. «Und dies dann möglichst auch mit einem zweiten Brennhafen.» Noch brennt Heiner beim Brandenberg in der Herti, wo aber der Platz zu knapp ist. Erst letzte Woche hat Heiner dort noch Gin gebrannt, wie er erklärt.

Ein Crowdfunding für den Umbau

Auf den Umzug des Brennofens und das Brennen im Zurlaubenhof freut Thomas Heiner sich mächtig. «Wenn wir es tatsächlich schaffen», wie er sagt. Das Problem sei der Umbau des Stalls, erklärt er. Dazu benötige er rund 40000 Franken, die er als Hobbybrenner nicht einfach so aufbringen könne.

Darum haben sich die Heiners etwas einfallen lassen. Sie suchen mittels «Crowdfunding» für ihr Projekt Unterstützer (siehe Hinweis), die sich mit einem Betrag beteiligen können und dafür Gebranntes oder einen Event rund ums Brennen erhalten. Und dies lohnt sich wohl, hat doch Tho­mas Heiner gerade erst zwei Goldmedaillen mit seinen Produkten geholt. So wurden an der diesjährigen Destillata im März in Österreich, der grössten europäischen Edelbrandprämierung, der Wildkirsch- und der Kirschbrand mit der Höchstpunktzahl ausgezeichnet und als Edelbrände des Jahres ausgezeichnet. Wird aus dem Hobbybrenner also bald ein Profi? «Nein», sagt er. «Es bleibt beim sehr ambitionierten Hobbybrenner und beim Ziel, einmal Brenner des Jahres zu werden.»

 

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

 

Hinweis

Informationen unter:

www.heiners-destillate.ch/de/


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