Cham überholt Baar

FUSSBALL ⋅ Das 3.-Liga-Spitzenspiel verkam wegen der Verstärkungen der Chamer Reserven zu einer einseitigen Angelegenheit und endete mit 5:2. Das Aufstiegsrennen ist drei Runden vor Schluss spannend wie nie.
16. Mai 2017, 07:28

Marcel Mühlebach

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Der mit Spannung erwartete Spitzenkampf zwischen Cham II und dem FC Baar, der wegen Hagels eine Viertelstunde verspätet auf dem Kunstrasen ausgetragen wurde, war schon zur Pause beim Stande von 4:0 zu Gunsten der Heimmannschaft entschieden. Die spielerische Überlegenheit der mit fünf Spielern aus dem Kader der ersten Mannschaft angetretenen Ennetseer wog an diesem Tag schlicht zu schwer.

Angetrieben vom umsichtigen Spielmacher Dalibor Stojanov, wurden die Bälle noch und noch mittels schnellem Umschaltspiel in die Schnittstellen der Baarer Abwehr gespielt und durch die weiteren Promotion-League-erprobten Spieler Reto Scherer, Pascal Christen und Tobias Walker nach teilweise sehenswerten Spielzügen eiskalt verwertet. Cham schaltete in Hälfte zwei etwas zurück, und so konnten die Gäste, dank Kampfgeist und zwei eigenen Toren, das Resultat im Rahmen halten.

Übereinstimmende Trainer

Die beiden Trainer waren sich denn auch nach dem Spiel beide einig darin, dass Cham, umso mehr mit Hilfe der erwähnten Spieler der ersten Mannschaft, ein deutliches Übergewicht hatte. Verständlicherweise war die Gefühlslage der beiden Antipoden, Antonio Bozzi, Trainer FC Baar, und von Marco Spiess, Trainer der Chamer Reserven, sehr unterschiedlich. Bozzi sagte: «Die fünf Spieler aus der Promotion League beim Gegner haben den Unterschied ausgemacht. Der Klassenunterschied ist deutlich zutage getreten. Wir haben uns aber nicht hängen lassen und trotz des klaren Rückstandes weitergekämpft, was sicherlich für unsere Moral spricht.»

Spiess konstatierte: «In der ersten Hälfte waren wir deutlich spielbestimmend und hätten gar noch höher führen können. Natürlich haben uns die Spieler aus der ersten Mannschaft wesentlich stärker gemacht. Wir konnten, auch durch ihre Hilfe, unser Konzept, uns ein wenig fallen zu lassen, um dann durch schnelles Umschaltspiel die Räume zu öffnen – leichter als erwartet –, in der ersten Hälfte umsetzen.» Nach dieser Partie und der überraschenden Niederlage von Leader Sins in Rotkreuz ist die Ausgangslage im Rennen um die Aufstiegsrundenplätze ungemein spannend. Die ersten vier Teams liegen innerhalb von zwei Zählern, Cham hat sich dank der geringeren Anzahl Strafpunkte auf den zweiten Platz gehievt. Auf die Perspektiven in den restlichen drei Runden angesprochen, geben sich beide Trainer verhalten optimistisch: «Wir werden weiter versuchen, kompakt zu spielen um die restlichen Spiele zu gewinnen. Wenn die Moral stimmt, ist immer noch alles möglich», sagte Bozzi.

Zumindest auf dem Papier hat aber Cham, das im Gegensatz zu den Baarern nur noch gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenregion antreten kann, das leichtere Restprogramm. Davon will Marco Spiess aber nichts wissen: «Wir haben in dieser Saison bereits einige Male gegen sogenannt kleinere Mannschaften Punkte liegen lassen oder gar verloren. Es wird sicher nicht einfach werden», hält der Trainer fest.

Hinweis
Das Restprogramm der Spitzenteams. 1. Sins (18 Spiele/33 Punkte): zu Hause gegen Menzingen, Ruswil und Zug 94 sowie in Muotathal. 2. Cham (19/32): in Buochs, zu Haus gegen Goldau, in Ibach. 3. Ruswil (19/32): in Sins, zu Hause gegen Muotathal, in Baar. 4. Baar (19/31): zu Hause gegen Menzingen, in Rotkreuz, zu Hause gegen Ruswil.

  • Luzerner Zeitung AG
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