Dämmerungseinbrüche: Die Saison hat schon begonnen

KRIMINALITÄT ⋅ Die dunkle Jahreszeit gilt als gefragte Zeit bei Einbrechern. Normalerweise startet deren Saison im November, doch auch jetzt sind sie im Kanton schon am Werk. Dies wirkt sich auch auf die Nachfrage nach Sicherheitssystemen aus.
10. Oktober 2017, 05:00

Die Tage werden langsam wieder kürzer und die Nächte länger. Normalerweise beginnt die Saison für sogenannte Dämmerungseinbrüche erst Ende Oktober nach der Zeitumstellung. Doch dieses Jahr scheinen die Täter schon früher unterwegs zu sein. Mindestens habe sich der Polizist gewundert, dass es schon jetzt passiert sei, erinnert sich eine Betroffene aus dem Kanton Zug. Es ist also schon jetzt Vorsicht angebracht.

Auf Nachfrage nennt die Zuger Polizei keine Zahlen, diese würden in der jährlichen Kriminalstatistik bekanntgegeben. Letztes Jahr ging die Zahl der Einbruchsdiebstähle laut dieser insgesamt leicht zurück, in einzelnen Gemeinden stieg sie aber deutlich an, so etwa in Cham von 60 auf 93 oder in Menzingen von 7 auf 16.

Fensterschloss nicht immer sicher

Dass die Herbst- und Wintermonate als Saison für Einbrecher gelten, davon profitieren Geschäfte wie die Blaser Einbruchschutz GmbH in Baar. «Die Nachfrage nach unserer Sicherheitstechnik steigt jeweils deutlich auf diese Zeit und wird immer grösser», sagt deren Mitinhaber Daniel Blaser. Da aber auch im Sommer viel eingebrochen werde, sei er sich nicht sicher, ob diese Entwicklung wirklich auf einem Fallanstieg basiere oder einfach damit zusammenhänge, dass Dämmerungseinbrüche oft zum Thema gemacht würden. Wie Blaser berichtet, hat das Unternehmen kürzlich ein neues Produkt auf den Markt gebracht, dass es in dieser Form seines Wissens noch nicht gebe. «Am gefragtesten sind Sicherungssysteme für die Fensterregion, diesbezüglich haben wir bisher auf sogenannte Fensterschlösser gesetzt», erzählt Blaser die Vorgeschichte. Bei diesen Schlössern ist das Fenster mit einer Sicherheitsstange verbunden, die sich über zwei Schliessbolzen im Rahmen verankert, wer das Schloss im Fenstergriff also öffnet, öffnet auch die Bolzen, die das Fenster blockieren.» Nun sei dieses System aber in einem konkreten Fall geknackt worden. Schuld sei die Methode Glasbruch. Bei dieser schlagen die Einbrecher ein kleines Loch nahe Fenstergriff in die Scheibe, um dann mit einem Schraubenzieher durch das Loch den Fenstergriff auf die Seite zu drücken. «Wenn sie genug fest drücken, gelingt es ihnen, den abschliessbaren Griff zu öffnen und damit auch die Sicherheitsstange», so Blaser. Diese Methode werde immer häufiger genutzt. Profis könnten diese schnell ausführen, und von diesen Profis gebe es seiner Einschätzung nach immer mehr. «Das darf nicht sein, deshalb sind wir über die Bücher gegangen.» Bei der neuen Vorrichtung breche nun zwar der Fenstergriff auch ab, dies habe jedoch keinen Einfluss auf die Bolzen, da das Schloss für die Stange sich nicht am Griff, sondern oberhalb davon befinde. Die Stange schliesse zwar mit dem Fenster, geöffnet werde sie aber separat.

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

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