Oesch-Areal: «Das beste Projekt hat obsiegt»

ZUG ⋅ Seit Freitag ist klar, wie das sogenannte Oesch-Areal in der Herti überbaut wird. Alles andere als klar ist hingegen, wann wo die Bagger auffahren und Kräne aufgerichtet werden.
20. Mai 2017, 10:16

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Als der Autor dieser Zeilen im einzigen Haus nördlich des Oesch-Areals eingezogen ist, hiess es: Die Wiese wird bald überbaut. Doch dem war dreizehn Jahre lang nicht so. Bereits sind weitere fünf Jahre ver­gangen, noch immer dominiert Grün. Auch heute noch bietet das Oesch-Areal in der Herti, das sich westlich des Stierenmarktareals zwischen General-Guisan- und Chamerstrasse erstreckt, Idylle, Sicht auf die Berge und auf den See.

Doch damit ist bald einmal Schluss. Denn seit Donnerstag ist bekannt, wie das Areal überbaut wird. Klar ist, die Bauherren lassen sich auch weiterhin Zeit. Denn weder die Korporation, die mit einem kleinen Hausteil beteiligt sein wird, noch die Allge­meine Wohnbaugenossenschaft Zug (AWZ), die zuerst ein bestehendes Haus abreissen muss, noch die Eigentümer sind offenbar auf «schnelles Geld aus». Sie betonen unisono: «Es geht um ein möglichst gutes Projekt an einem Topstandort.»

Studienauftrag als Grundlage

Das Oesch-Areal in Zug liegt gemäss kantonalem Richtplan in einer Verdichtungszone mit Bebauungsplanpflicht, und das dar­auf stehende denkmalgeschützte Gebäude Chamerstrasse 62 steht seit längerem leer. Die Erbengemeinschaft Britschgi-Oesch hat darum im letzten Herbst in Zusammenarbeit mit der Stadt Zug einen Studienauftrag mit sechs eingeladenen Architekturbüros in Auftrag gegeben. Die Grundbesitzer der benachbarten Grundstücke, die Korporation Zug und die AWZ, haben sich diesem Verfahren angeschlossen. Dieser Studienauftrag wurde nun entschieden: Das siegreiche Projekt stammt vom Projektteam Meier Hug Architekten, Zürich/André Schmid Landschaftsarchitekten, Zürich. Das Resultat soll jetzt in Form eines Richtprojekts als Basis für die Weiterentwicklung des Areals überarbeitet werden.

In der Tat sind einige interessante Projekte eingereicht worden, wie die Ausstellung in der Markthalle der Braunvieh Schweiz auf dem Stierenmarktareal in Zug zeigt (siehe Hinweis). Und die drei Bauherren sind sich auch da einig: «Das beste Projekt hat obsiegt.» Rund 1400 Stunden habe ihr Büro für das Projekt verwendet, verrät Architekt Marius Hug, und fünf Leute seien dabei beteiligt gewesen. In rund 400 bis 450 Wohnungen werden dereinst etwa 1000 bis 1500 Leute wohnen, erklärt er weiter.

Es sei die tolle Ausgewogenheit, die das Projekt vor die anderen gebracht habe, sagt Adelheid Knop von der Erbengemeinschaft Britschgi-Oesch, der der Löwenanteil des Areals gehört und die in etwa vier Jahren mit dem Bau beginnen will. «Und es lässt sich sicher gut weiterentwickeln», fügt AWZ-Präsident Patrice Riedo an. Korporationspräsident Urban Keiser ist ob den «perfekt in Richtung See gerichteten Häusern» begeistert. «Da sieht man wohl von jeder Wohnung aus den Zugersee. Fantastisch konzipiert.»

Hinweis

Die Projekte sind an folgenden Daten und Zeiten in der Markthalle der Braunvieh Schweiz auf dem Stierenmarktareal in Zug zu sehen: heute Samstag, 12 bis 17 Uhr; Sonntag, 21. Mai, 12 bis 17 Uhr; Montag, 22. Mai, 17 bis 20 Uhr; Dienstag, 23. Mai, 17 bis 20 Uhr; Mittwoch, 24. Mai, 17 bis 20 Uhr; Donnerstag, 25. Mai, geschlossen; Freitag, 26. Mai, 17 bis 20 Uhr; Samstag, 27. Mai, 12 bis 17 Uhr.


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