Zug-Schleife: Streit um Sanierung geht weiter

BAUMÄNGEL ⋅ In der Überbauung Zug-Schleife nimmt der Ärger nicht ab. Grund sind Baumängel. Fast wäre es zu Vergleichsverhandlungen gekommen. Wäre da nicht diese eine Bedingung der Peikert Immobilien AG gewesen.
07. Dezember 2017, 07:26

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

In der letzten Sonntagsausgabe unserer Zeitung haben wir über den Frust der Stockwerkeigentümer der Überbauung Zug-Schleife berichtet, die Baumängel aufweist, was Gutachten bestätigt haben. Unter anderem drang schon mehrmals Wasser in die Garage ein. Während das Totalunternehmen laut Betroffenen Bereitschaft zu einem Vergleich zeigt, habe es von Seiten der Verkäufer des Konsortiums Peikert/4B diesbezüglich bislang kein Entgegenkommen gegeben. Vielmehr schrieb der Eigentümer der Peikert AG, Bernhard Häni, in seiner Stellungnahme für den Artikel von letztem Sonntag, dass das Konsortium seinen Aufgaben und Verpflichtungen aus den bestehenden Verträgen voll und ganz nachgekommen sei.

Die Eigentümer aber fühlen sich vor allem von der Peikert Immobilien AG «verschaukelt». Diese habe, wohl auch um über eigene Verfehlungen hinwegzutäuschen, erst als Teil des Konsortiums und später als Verwaltung verhindert, dass die Sanierungsansprüche gegenüber dem Totalunternehmer hätten geltend gemacht werden können, sind die Vertreter der Eigentümer überzeugt.

Bereitschaft für Verhandlungen gezeigt

Wie sich nun belegen lässt, meldete sich Bernhard Häni am Donnerstag vor der Veröffentlichung des Artikels bei der Arbeitsgruppe, welche die Stockwerkeigentümer zum Thema eingesetzt ­haben. Diese hatte ihm am 28. November Termine für ein Gespräch vorgeschlagen. «Als ich seine Antwort sah, freute ich mich erst, dass scheinbar auch das Konsortium einen Schlussstrich ziehen will. Dann sah ich aber die Bedingung, und das grenzte an Erpressung», sagt Stockwerkeigentümer Andreas Gerber dazu. Der E-Mail-Verkehr mit Bernhard Häni liegt unserer Zeitung vor. Er schreibt in Bezug auf die finanziellen Forderungen der Arbeitsgruppe für die verlangte Sanierung: «Bitte teilen Sie uns diesen Betrag/Nebenforderungen mit. Danach werden wir entscheiden, ob wir zu einem solchen Gespräch bereit sind oder nicht.» Er schlägt ein allfälliges Treffen in der zweiten Januarhälfte vor, weist aber auch darauf hin, dass diese Bereitschaft weder Zugeständnis noch Anerkennung der Forderungen sei, sondern Goodwill, um einen Schlussstrich zu ziehen. Und schreibt weiter – und dies irritierte die Stockwerkeigentümer: «Wenn Sie sich jedoch mit uns tatsächlich einigen wollen, möchten wir Ihren Forderungskatalog nicht aus der Zeitung lesen.» Erscheine jedoch ein Artikel, gebe es kein Treffen mehr und man lasse den Dingen ihren Lauf. «Der Rückzug unserer Zitate kam aber für uns nicht in Frage, schliesslich herrscht Pressefreiheit, und die unzähligen Mängel können doch nicht einfach verschwiegen werden», sagt Andreas Gerber dazu.

Angebot zurückgezogen

Was Bernhard Häni dann in der Antwort am Donnerstagabend, in der ein Betrag von 175 000 Franken für die Sanierung des Gebäudes vorgeschlagen wird, auch so mitgeteilt wurde. Daraufhin zog Häni sein Angebot, Verhandlungen zu prüfen, zurück. Zum Bedauern der Arbeitsgruppe. Es sei wirklich schade, dass keine Einigung zu Stande gekommen sei, auf welche die Arbeitsgruppe aber auch weiterhin hoffe, so Gerber. Der Inhalt der Mails von Häni sei für ihn ein weiterer Beweis, dass sich die Peikert Immobilien AG ihrer Verfehlungen durchaus bewusst sei. «Wieso sonst hätte sie auch zu einem Vergleich bereit sein sollen?» Bernhard Häni war für eine Stellungnahme zu der Kritik und zum Inhalt des E-Mail-Verkehrs gestern nicht erreichbar.


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