Defekter Rechner legt Anzeigen lahm

BUSVERKEHR ⋅ Weil der Hauptrechner der digitalen Bus-Abfahrtsanzeigen eine Störung hatte, waren die Geräte am Bahnhof Baar bis vor kurzem ausser Betrieb. Die Reparatur dauerte länger, als die ZVB erwartet hat.
12. Februar 2018, 00:00

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Wer in den vergangenen Wochen am Bahnhof Baar auf die digitalen Abfahrtsanzeigen der Busse blickte, der schaute ins Leere. Wie mehrere Pendler gegenüber unserer Zeitung berichten, waren die Echtzeitanzeigen am Bahnhof rund drei Wochen ausser Betrieb, An- und Abfahrtszeiten waren nicht mehr ersichtlich.

Das Problem lag dabei aber nicht an den Abfahrtsanzeigen in Baar selbst, wie Kathrin Howald, Mediensprecherin der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB), auf Anfrage Auskunft gibt. Defekt war der Hauptrechner des Systems also das Herz der digitalen Anzeigen. «Wir mussten den Rechner zur Abklärung und Überprüfung einschicken», so Howald. Ein solcher Defekt habe immer auch Auswirkungen auf kleinere Nebenanzeiger, was die Pendler am Bahnhof Baar zu spüren bekommen haben.

Anlage wurde gleich noch umgerüstet

Die Abklärungen am eingeschickten Master-Rechner dauerte länger als die ZVB ursprünglich angenommen hatte. Als man dies feststellte, entschied die ZVB die Gelegenheit zu nutzen und den eingeschickten Rechner einerseits gleich mit der neusten Software auszurüsten und ihn andererseits von analog auf digital umzurüsten. «Zurück ist er nun seit dem 2. Februar», sagt Howald. Reaktionen von Kunden auf die Ausfälle in Baar habe die ZVB keine erhalten. «Unsere Buschauffeure standen und stehen in solchen Fällen immer zur Verfügung und können Kunden bei Fragen weiterhelfen», betont die Mediensprecherin. Zudem hätten sich Kunden über den Online-Fahrplan informieren können.

Die ZVB arbeite sehr eng mit dem Hersteller zusammen, um Ausfälle wie jüngst oder auch andere Probleme zu beheben und zu vermeiden. «Solche Informationssysteme sind aber äusserst komplex und es kann bei Fehlern zu einer Art Dominoeffekt kommen.» Trotzdem können laut Howald – aufgrund ebendieser Komplexität – solche Informationssysteme oder deren Hersteller nicht einfach gewechselt werden. «Das wäre unglaublich zeitintensiv und zudem mit sehr hohen Kosten verbunden», sagt Howald.

Längerfristig wird noch mehr umgerüstet

Grundsätzlich ist man seitens der ZVB mit den Leistungen des Herstellers zufrieden. Die Zugerland Verkehrsbetriebe seien denn auch nicht das einzige Transportunternehmen, das Kunde dieses Herstellers sei. Auch die Verkehrsbetriebe Luzern arbeiten mit dessen Systemen. Die digitalen Echtzeitanzeigen, die über die Abfahrts- und Ankunftszeiten informieren, haben die ZVB vor ziemlich genau drei Jahren eingeführt. Anfang Februar 2015 wurde die erste Anlage im Metalli installiert. Die Haltestellen Metalli Ost und West wurden mit Servicepunkten ausgerüstet. Diese verfügen über einen Monitor, der dynamisch über die Abfahrten informiert. Die Bushaltebuchten wurden mit LED-Abfahrtsanzeigern ausgestattet. Neben den Haltestellen Metalli wurden bisher auch weitere Kontenpunkte der ZVB mit digitalen Anzeigen ausgerüstet. Unter anderem die Haltestellen am Bahnhof Zug, am Postplatz in der Stadt Zug, am Bahnhof Baar oder am Bahnhof Cham. Ziel der ZVB sei es, so Howald, in den nächsten Jahren sämtliche Knotenpunkte im Kanton mit solchen Echtzeitanzeigen auszurüsten.


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